Hinterlasse einen Kommentar

Sylvestr-Knaller im August


3. August 2014 – 1. Spieltag

Der 1:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue beschert dem Club einen gelungenen Saisonauftakt, auch wenn uns das Verletzungspech treu bleibt: Kapitän Polak fällt mit gebrochenen Rippen für circa sechs Wochen aus.  Doch ab jetzt gilt die volle Konzentration dem Franken-Derby – die Fieberkurve steigt.

Der Jubel im Stadion war erleichtert und doch etwas verhalten. Bedeutete er nach einer unsäglichen Niederlagenserie seit dem 26. März 2014 den ersten Sieg in einem Punktspiel und so einen gelungenen Saisonauftakt. Aber gleichzeitig sind es genau solche Siege, die von einem Erstliga-Absteiger pflichtgemäß erwartet werden.

Schon vor Beginn des Spiels wurde diese Erwartungshaltung im Gespräch mit den Fans aus dem Erzgebirge klar. „Ihr seid klarer Favorit und müsst gewinnen, wenn Aue hier punktet, ist das dagegen eine faustdicke Überraschung.“ Doch genau darauf hofften die rund 3.000 mitgereisten Anhänger der Veilchen, die lautstark und positiv zur prächtigen Stimmung beitrugen. Dass die Kulisse erstligareif war, lag nicht nur an den 37.000 Zuschauern, sondern auch an der Kurvenchoreografie in Rot-Schwarz garniert mit dem klaren Bekenntnis: „Auch wenn jeder sagt, ich sei verrückt, bist du doch für mich das große Glück!“

IMAG0053_bearbeitet

Mein erstes Glücksgefühl hatte ich bereits vor dem Spiel: Kam ich doch mehr als zufällig direkt vor dem Stadion in den Genuss einer Freikarte für den Block 30. Zumindest mit zwei Bier konnte ich mich beim Spender erkenntlich zeigen. An dieser Stelle noch mal ein herzliches „Danke Daniel!“

Abstimmung noch holprig

Bis sich auch im Spiel das Glücksgefühl einstellen sollte, verging doch einige Zeit: Der Auftakt ist zerfahren und der Club tut sich schwer, ins Spiel zu finden. Abstimmungsprobleme bei den Laufwegen dominieren, was bei einer runderneuerten Mannschaft zunächst nicht wirklich überrascht. Neben Schäfer, Pinola, Petrak, Pachonik und Pekhart stehen mit Polak, Ramirez, Koch, Schöpf, Füllkrug und Sylvestr sechs Neuzugänge in der Startelf.

Doch der Ruhmreiche übernimmt ab Mitte des ersten Durchgangs mit gezielten, flüssigen Kombinationen klar das Kommando – lässt aber beste Torchancen ungenutzt. Statt einer verdienten Pausenführung mit 2:0 gegen defensive Auer, geht es torlos in die Halbzeit. Trotzdem gibt’s freundlichen Applaus der Fans.

Der Club bleibt zwar überlegen, doch die klare Linie geht in der zweiten Hälfte verloren. Einige Schussversuche versprühen zumindest den Hauch von Torgefahr. Allmählich beschleicht mich Ungeduld und erste Gedankenspiele befassen sich schon mit einer drohenden Punkteteilung.

Coach mit glücklichem Händchen

Zum richtigen Zeitpunkt beweist Club-Coach Ismael dann jedoch ein glückliches Händchen. Er wechselt mit Gebhart und Mlapa frische Offensivkräfte ein, die gleich eine Sturm und Drang-Phase auslösen.

Der Gladbacher Neuzugang Mlapa setzt an der Mittellinie seinen bulligen Körper ein und gewinnt das Kopfballduell. Reaktionsschnell spitzelt er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor das Leder in den Lauf von Sylvestr. Der sprintet den ehemaligen Mitspielern davon und läuft alleine aufs Tor. Das Stadion steht sprungbereit. Aues Schlussmann kommt aus dem Kasten, um den Winkel zu verkürzen, doch Sylvestr schiebt mit einer Körpertäuschung überlegt ins rechte Eck ein. TOOOR! Der erlösende Jubel befreit uns Fans von aufkeimenden Zweifeln. Endlich die hochverdiente Führung! Neuzugang Sylvestr im Stile eines Goalgetters. Klasse!

Rippenbruch bei Rettungsaktion

Aue, bisher auf Defensivarbeit beschränkt, drängt nun mehr nach vorne, bleibt offensiv aber weitestgehend harmlos. Der FCN verpasst es, durch Füllkrug oder Mlapa den entscheidenden zweiten Treffer nachzulegen.

Kurz vor Schluss bietet sich noch eine Ausgleichschance, die Aue nach einem Standard aus sechs Metern sehr knapp am Pfosten vorbeischiebt. Puh, durchatmen! Club-Kapitän Polak hat mit seiner Grätsche glücklicherweise noch entscheidend gestört, doch verletzt sich leider bei der Rettungsaktion. Mit zwei gebrochenen Rippen muss er raus und wird knapp sechs Wochen fehlen – das Verletzungspech bleibt dem FCN weiterhin treu. Nachdem das Wechselkontingent bereits erschöpft ist, muss der Club zudem in Unterzahl eine sechsminütige Nachspielzeit überstehen.

Nochmal zittern, doch es passiert nichts mehr. Schlusspfiff. Jubel. Erleichterung. Der erste Saisonsieg ist eingefahren – und das schon am ersten Spieltag. Die Mannschaft dreht eine Stadionrunde und bedankt sich mit Applaus für die Unterstützung der Fans. Daran kann ich mich wieder gewöhnen.

IMAG0069_bearbeitet

Derby-Countdown läuft

Bereits vor Spielende wird in der Nordkurve ein großes „ANTI FÜ“ Banner entrollt. Die ersten Nicklichkeiten fürs Derby am nächsten Montag sind in vollem Gange. Als die Mannschaft vor der Nordkurve ihre Ehrenrunde beendet, steht nochmal eine kollektive Hüpfeinlage an. „Wer nicht hüpft, der ist ein Fürther!“, intonieren zigtausend Fans und lassen die Ränge vibrieren.

Der Countdown fürs Franken-Derby läuft und die Fieberkurve wird im Wochenverlauf weiter ansteigen. Jetzt gilt es, in der Westvorstadt aus einem guten einen perfekten Saisonstart zu machen!

 

Die ausführliche Spielanalyse zur Begegnung gibt’s bei kicker online.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s