Ein Kommentar

Hanno die Spaßbremse


23. August – 3. Spieltag

Der Club schlittert tiefer in die August-Krise. Nach der dritten Pflichtspielniederlage in Folge wurden die Gesichter bei Verein und Fans immer länger. Hannos-Schabernack sorgt zwar für Heiterkeit – nur gelacht hat beim Ruhmreichen niemand.

Das sind die Geschichten, die nur der Club schreibt. Vor FÜNF Tagen hat der beim FCN aussortierte Hanno Balitsch beim FSV Frankfurt angeheuert. Alleine, dass er sein Debüt gegen den Club gibt, ist schon mal eine Kuriosität. Mit Bauchgrimmen habe ich diesen Wechsel während der Woche vernommen. Mir schwahnt Übles, weil der Ruhmreiche seit jeher ein Faible hat, gegen ehemalige Spieler schlecht auszusehen.

Balitsch verschuldet Strafstoß-Geschenk

Umso größer ist die (Schaden)-Freude, als ausgerechnet Balitsch in der zehnten Minute Gebhart kurz vorm Sechzehner umgrätscht. Der Schiri zeigt auf den Punkt. Ein Elfer-Geschenk für den Club! Ich und mein Kumpel sitzen vor dem Smartphone, lauschen urlaubsbedingt via Sport 1 App der Liveübertragung, und freuen uns wie Bolle. JAAA, das ist die Chance auf ein frühes Führungstor, um die Nerven zu beruhigen und Negativeindrücke der letzten Woche auszuradieren.

Nur kurz denke ich daran, dass Frankfurts Torhüter Klandt vor Wochenfrist im Pokal zwei Elfer beim Elfmeterschießen gehalten hat. Wird schon hinhauen.

Pinola legt das Leder auf den Punkt, läuft an, schießt unplatziert in die linke Ecke und Klandt kann problemlos parieren. Wir sind total angefressen, dass der Club dieses Präsent nicht angenommen hat! Aus dem erhofften 1:0-Bier wird ein Frustbier.

Balitsch köpft die Laune in den Keller

Aber so richtig lang werden unsere Gesichter, als in der 29. Minute eine Ecke für Frankfurt tragisch endet: Club-Keeper Rakovsky, der den verletzten Schäfer vertritt, unterläuft den Eckball und ausgerechnet Balitsch köpfelt aus rund zehn Metern ins leere Tor zur FSV-Führung ein.

Mit seitlich ausgetreckten Armen rennt er jubelnd über den Platz und schreit seine Freude heraus. Man merkt ihm die Genugtuung, dass er seinem Ex-Verein einen eingeschenkt hat. Sein Tor freut ein paar Dutzend Frankfurt-Fans.

Wir und die 27.000 Clubfans dagegen sind bedient – sowohl was den verschossenen Elfmeter als auch das Gegentor und den Torschützen angeht. Ich könnte im Strahl kotzen, dass es wieder einmal genau so kommen musste. Das kann doch alles nicht wahr sein! Das Frustbier schmeckt jetzt mehr als schal.

Noch 60 Minuten erfolglos angerannt

Wenigstens bleibt noch genügend Zeit, um das Spiel umzubiegen. Ballbesitz, Torschüsse, Torchancen, Eckbälle – der Club ist in allen Belangen überlegen. Doch wie schon eine Woche zuvor beim Pokalspiel in Duisburg bringt das Führen in der Spielstatistik gar nix, wenn man keine Buden erzielt. Ein Pfeifkonzert zur Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel kommt der FCN in Strafraumnähe zwar gefährlicher zum Zug, doch in den entscheidenden Moment fehlt die letzte Konsequenz im Abschluss. Frankfurt beschränkt sich lediglich auf kompromisslose Defensivarbeit. Der Club rennt immer wieder an, aber das Ausgleichstor will nicht fallen. Klandt hält sicher und die erste Heimniederlage gegen einen biederen FSV steht fest: Matchwinner Baltisch. Ätzend!

Im Zweitliga-Keller angekommen

Es hat überhaupt nichts gebracht, dass Club-Coach Ismael seine Startelf kräftig durcheinander gewirbelt hat: Schäfer und Petrak fielen mit Muskelverletzungen aus, Angha, Ramirez sowie Evseev nehmen auf der Bank Platz. Dafür beginnen Rakovsky, Koch, Gebhart, Bulthuis und Pachonik. Ohne zählbaren Erfolg. Der Club wirkt im Spiel nach vorne verzagt, konzeptlos und ohne Offensivfeuer.

Ja, der Ruhmreiche ist in der 2. Liga angekommen – leider im unteren Tabellendrittel. Es geht fast nahtlos so weiter, wie die Abstiegssaison aufgehört hat. Das haben wir uns ANDERS vorgestellt!

Branchenübliche Mechanismen?

Dass die Qualität des komplett neuformierten Kaders noch nicht ausreicht, hat die Vereinsführung erkannt. Trotzdem sollte sie kühlen Kopf bewahren, Schwachstellen analysieren und den Kader gezielt verstärken: Lieber jetzt bis zum Ende der Transferperiode am 31. August nachkaufen, als erst in der Winterpause. So hat die Mannschaft die Gelegenheit, sich noch länger einzuspielen. Dann werden sich auch die Ergebnisse bald einstellen. Hoffentlich.

Falls diese noch länger ausbleiben, wird die Unruhe im Nürnberger Umfeld stetig zunehmen – solange, bis die berühmt berüchtigten branchenüblichen Mechanismen in Gang gesetzt werden. Auch hier ist der Club ein rekordverdächtiger Vorreiter.

Aber soweit ist es glücklicherweise noch nicht. Daher weiterhin Ruhe bewahren, die Tabelle ignorieren und konzentriert weiterarbeiten. Es sind noch 31 Spieltage.

Die ausführliche Spielanalyse zur Begegnung gibt’s bei kicker online.

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Ein Kommentar zu “Hanno die Spaßbremse

  1. Es war ein Drama, ich war draußen… Es ist wirklich Zeit für einen Neuanfang – ohne den Sportökonomen…

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