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Viermal den Bären in der Alten Försterei erlegt


29. August 2014 – 4. Spieltag

Der Club bezwingt seine Auswärtsmisere mit einem deutlichen 4:0 bei Union Berlin. Der überzeugend herausgespielte Sieg sorgt für einen versöhnlichen Sommerausklang und beruhigt das arg strapazierte Nervenkostüm. War das die Geburt einer neuen Mannschaft?

Manchmal machen die Auftritte des FCN doch noch Spaß – selbst in fremden Stadien. Kenner der Branche werden sich bestimmt noch erinnern, von wann der letzte Auswärtssieg datiert: Es war Mitte Februar 2014 als der Club noch als Erstligist beim FC Augsburg mit 1:0 gewonnen hat. Seitdem gab es nur noch unerfreuliche Niederlagen auf des Gegners Platz.

Attacken aus dem Umfeld

Umso erfreulicher, dass der Auswärtsfluch endlich Geschichte ist. Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, nach einer Serie von drei Niederlagen am Stück: Das Selbstvertrauen der neuformierten Mannschaft und Fans arg ramponiert. Das hypernervöse Nürnberger-Umfeld bekam bereits Schnappatmung und begann alles in Frage zu stellen, als konzeptlos zu brandmarken und die Vereinsführung zu attackieren.

Wow, eine Sinnkrise im August nach gerade einmal vier Pflichtspielen. Meiner Meinung nach viel zu früh, um schon das Fallbeil auf Verein, Trainer und Mannschaft niedersausen zu lassen – trotz allem Frust über die Derby-Klatsche! Ein bisschen mehr Zeit sollte jeder der Mannschaft einräumen, alles andere wäre vermessen und unanständig! Nicht vergessen: Der Club muss 23 Abgänge kompensieren und 20 Neuzugänge integrieren. Eine Herkulesaufgabe, daraus in kürzester Zeit eine schlagkräftige Truppe zu formen. Prinzipiell gilt, dass noch niemand nach dem vierten Spieltag auf- oder abgestiegen ist. Also bitte etwas mehr Geduld und Augenmaß bei der Verurteilung.

Neuzugänge ballern Frust weg

Wie nah Freud und Leid beieinander liegen, hat der FCN vor wochenfrist erlebt. Als der Ex-Cluberer und Frankfurter Neuzugang Hanno Balitsch den Ruhmreichen im Alleingang besiegt hat. Doch dieses Mal waren es die Neuzugänge beim Club, die am Freitagabend für die entscheidenden Spielmomente in der Alten Försterei sorgten.

Allen voran der Portugiese Daniel Candeias, der erst vor wenigen Tagen von Benfica Lissabon zum FCN gewechselt ist. Er und der ebenfalls brandneue Ondrej Celustka feierten ihr Debüt im Club-Trikot und standen auf Anhieb in der Startelf. Candeias gelang mit einem Treffer und einer Vorlage ein perfekter Einstand.

Die weiteren Torschützen waren Timo Gebhart und die Neuzugänge Peniel Mlapa und Robert Koch. Scheinen also doch nicht die totalen Fehleinkäufe zu sein, oder?

Bär erlegt, aber bloß nicht abheben

Auf jeden Fall haben diese vier Blattschüsse in der Alten Försterei dem Hauptstadt-Bären arg zugesetzt. Er ziert als Wappentier das Vereinslogo von Union Berlin und dürfte ziemlich wund und lädiert sein.

Doch das 4:0 hört sich deutlicher an, als es letztlich ist. Die Eisernen hatten ebenfalls gute Einschussmöglichkeiten und mit einem Lattentreffer Pech. Dass der Club dann nur drei Minuten später die eigene Führung erzielt hat, war einfach auch einmal Glück für uns. Auch die zwei Platzverweise für Berlin spielten dem Ruhmreichen in die Karten. Aber daran störte sich keiner der 2.500 mitgereisten Club-Fans, die ihr Team lautstark und tadellos antrieben.

Nach diesem Sieg jetzt gleich abzuheben und in Euphorie zu schwelgen, sollte der Club jedoch tunlichst vermeiden.

Geburt einer Mannschaft?

Club-Trainer Valerien Ismael zeigt sich auf der Pressekonferenz nach der Partie erleichtert:

„Wir sind froh, dass wir diese drei Punkte geholt haben. Auch die Art und Weise war wichtig. Ich freue mich unheimlich für die Mannschaft, dass sie sich belohnt hat für den Zusammenhalt den sie in den letzten Wochen gezeigt hat. Man kann sagen, dass heute eine Mannschaft geboren wurde. Es war zuletzt keine einfache Zeit. Jetzt haben wir ein bisschen Ruhe und können weiterarbeiten.“

Ob mit diesem Sieg aber gleich eine Mannschaft geboren wurde, ist mir dann etwas zu viel Pathos. Da braucht es noch einige überzeugende und erfolgreiche Auftritte. Aber das war schon mal ein vielversprechender Auftakt, der Zuversicht für die nächsten schweren Spiele versprüht.

Dass diese nicht leichter werden, dürfte spätestens mit dem DFB-Urteil vom 1. September klar sein. Es bleibt abzuwarten, welchen Nachteil die leere Stehplatz-Fankurve während zwei Spielen für die Unterstützung der Mannschaft bedeutet. Zweimal hört das stimmgewaltige Herz der Fankurve zwangsläufig auf zu schlagen – aber hoffentlich nicht das Herz des Teams.

Die ausführliche Spielanalyse zur Begegnung gibt’s bei kicker online.

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