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Über den Sonntagshammer gestolpert


8. Februar 2015 – 20. Spieltag

Der Club startet mit Fehlzündungen und stotterndem Motor in die Restrückrunde und verliert beim schlechtesten Heimteam der 2. Liga. Das zarte Pflänzlein Aufstiegshoffnung ist im frostigen Februar fast schon wieder erfroren.

Heimspielatmosphäre in Frankfurt: 4.500 Club-Fans nutzten den Sonntag zu einem Ausflug auf den Bornheimer Hang. Bestes Winterwetter bei Sonnenschein und Minusgraden im Stadion des FSV Frankfurt. Stimmgewaltig und zuversichtlich feuerte die rot-schwarzen Fangemeinde ihren Verein an. Hätten sie geahnt, was für ein Gestolper der Ruhmreiche abliefert, hätten sie ihren Tag bestimmt anders gestaltet. Anstatt der erhofften Aufholjagd machte sich schon wieder Ernüchterung breit.

Dabei war sich das gesamte Umfeld einig, dass die Mannschaft mit drei neuen Offensivspielern nach fünf Wochen intensiver Vorbereitung schon deutlich weiter ist als noch zum Ende der Vorrunde. Aber statt einem großen Schritt nach vorne hat der FCN zwei Schritte zurück gemacht – mindestens.

Sand im Vorwärtsgetriebe

Frankfurt hatte in einer zerfahrenen Anfangsphase leichte Vorteile, war ballsicherer und wacher als der Club, der viele Fehlpässe produzierte. Nach einigen Halbchancen auf beiden Seiten ging Frankfurt in der 21. Minute in Führung. Mit guter defensiver Ordnung ließ der FSV kaum etwas zu, weil der Club zu unstrukturiert in der Vorwärtsbewegung agierte. Leichte Ballverluste machten schon im Ansatz jegliches Umschaltspiel zunichte, Standards verpufften wirkungslos – es klappte wenig bis gar nichts.

Einmal aber sollte es dann doch klappen: Per Standard gelang kurz vor der Halbzeit der Ausgleich. Einen Eckball unseres Neuzugangs Kerk verwertete Hovland per Kopf am ersten Pfosten ins kurze Eck. Ein überraschendes und schmeichelhaftes 1:1 zur Pause. Aber das macht mir gar nix aus.

Halb haltbarer Hammer

Die zweite Hälfte begann der Ruhmreiche energischer und zielstrebiger. Schnürte die Hessen ein und bekam das Spiel mit durchdachteren Kombinationen immer besser in den Griff: In der 52. Minute startet der Club einen prima Konter. Über Umwege kommt der Ball zu Schöpf, der zu Petrak ablegt. Sein Schuss aus 18 Metern geht jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei. Mist. Auch weitere Kontermöglichkeiten bleiben ungenutzt. Doch meine Zuversicht steigt und ich rechne bald mit dem Tor.

Das fällt nach einer Stunde, aber leider für Frankfurt. Polak verliert vor dem eigenen Strafraum seinen Zweikampf. Stürmer Grifo zieht aus 22 Metern ab und hämmert die Pille links ins Eck. Keeper Rakovsky ist zwar noch am Ball, kann den Treffer aber nicht verhindern. Kann man halten, muss man aber nicht. Wieder läuft der FCN einem Rückstand hinterher. Reicht es noch für einen Punkt?

Leider nicht. Konstruktive Offensivaktionen blieben Mangelware. Kaum zusammenhängende Aktionen, viele Unterbrechungen und Fehlpässe hemmten immer wieder den Spielfluss. Der Club mühte sich gegen defensiv kompakte Hessen, mehr klappte aber nicht mehr. Und das gegen die schwächste Heimmannschaft der Liga – oh Mann!

Patzer nicht genutzt

René Weiler gab sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zerknirscht:

„Ich bin enttäuscht darüber, wie wir heute verloren haben. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Die Partie wurde über die Zweikämpfe geführt und da hat Frankfurt besser agiert. Der Gegner hat uns das Leben schwer gemacht und uns unserer Stärken beraubt. Das Ausgleichstor fiel zum idealen Zeitpunkt und in der zweiten Halbzeit konnten wir zunächst auch Druck erzeugen. Leider haben wir dann mit einem unglücklichen Moment das zweite Tor kassiert. Danach haben wir keine Möglichkeit mehr gefunden. Über das gesamte Spiel gesehen hat Frankfurt verdient gewonnen.“

Auftritt und Ergebnis sind schon ein gehöriger Dämpfer für jegliche Aufstiegsambitionen, die noch immer in den Köpfen der Fans herumspuken. Mit einem Sieg wäre der Club auf vier Punkte dran am Aufstiegsplatz gewesen, da die Konkurrenz gepatzt und sich zudem gegenseitig die Punkte in direkten Duellen abgeknöpft hat. So aber sind es nun sieben Zähler Rückstand. Zu viel, oder?

Warten wir mal die nächsten Spiele ab. Noch ist die Saison nicht vorbei. Ich will mit meiner Rückrunden-Dauerkarte noch etwas erleben!

Die ausführliche Spielanalyse zur Begegnung gibt’s bei kicker online.

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