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Siegbringender Burgknaller


23. November 2015 – 15. Spieltag:

Der Club kann doch noch siegen. Nach einer dramatischen Länderspielpause findet das Team zurück in die Erfolgsspur. Angeführt von Häuptling Schäfer und dem Vollstrecker GB9. Geht’s jetzt weiter nach oben?

Es war eine denkwürdige und schockierende Länderspielpause: Die Terroranschläge in Paris während die Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte und das kurzfristig wegen akutem Gefährdungspotenzial abgesagte Länderspiel gegen Holland sorgten für außerordentliche Dramatik. An dem ersten Ligaspieltag nach den Anschlägen entbrannte daher eine akute Sicherheitsdebatte, wie die Fans in den Stadien geschützt werden können. Auch der FCN beteiligte sich daran und verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen und Einlasskontrollen.

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Trotz allem hatte ich an diesem frostigen Montagabend kein mulmiges Gefühl rund ums Frankenstadion. Die Warteschlangen waren etwas länger als sonst, aber die Kontrollen waren genau so intensiv wie bisher und ohne weitere Zwischenfälle. Auch im Achteck dann keine Spur von Unsicherheit – lediglich etwas gedämpfte Stimmung. Tolle Geste der Verbundenheit, dass eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Paris stattfand. Im ruhigen Rund pfiff ein Fan dabei leise und trotzdem gut hörbar die Marseillaise – ein Moment mit Gänsehaut.

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Ne ratlose Stunde

Später wich meine Gänsehaut eher eisiger Ernüchterung, als der Club auf dem Rasen so gar nicht Fahrt aufnehmen wollte. Torwart-Oldie Schäfer kehrte nach der Wunderheilung seiner Wadenverletzung ins Tor zurück und löste den unglücklichen Kirschbaum ab. Der Häuptling im Kasten versuchte, der Mannschaft die nötige Ruhe und Souveränität zu vermitteln, aber es half nur bedingt.

Denn die Gäste aus Braunschweig machten die Räume dicht, spielten Pressing und Tempofußball. Der Club war zwar auf dem Platz und bot kämpferisch Paroli, doch das wars auch schon! Aber wenigstens als ein verschworenes Team, das sich reinhaut und zusammenhält.

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Auch wenn der Ruhmreiche mit 1:0 in die Pause ging, hatte er überhaupt keinen Auftritt. Keine vernünftig herausgespielten Offensivaktionen oder Kombinationen. Das Führungstor aus dem Nichts war schmeichelhaft reingekullert. Nach der Pause gings so weiter, dass Braunschweig das Spiel im Stil eines favorisierten Aufstiegsaspiranten dominierte – und das auswärts! Verdient und folgerichtig auch der Ausgleich in der 53. Minute. Noch weitere zehn Minuten ging die Partie komplett am FCN vorbei. Ich raunte meinen Nachbarn an: „So wie sich der Club heut anstellt, betteln die um weitere Gegentore. Dann wird wohl die erste Heimpleite fällig!“

Dolles Ding

Mitten in der Phase einer drohenden Niederlage wacht der Club plötzlich auf und fängt sich: Entwickelt Offensivdrang, kombiniert couragiert und zielstrebig, erarbeitet und erspielt sich Chancen. ENDLICH! Zwei Lattentreffer und gute Einschussmöglichkeiten sorgen für den Stimmungsumschwung. Plötzlich glauben alle wieder an den Club. Da geht doch noch was.

Dann wieder ein Eckball für uns in der 84. Minute:

Möhwald tritt die Ecke von rechts. Der Ball kommt flach nach innen. Behrens lässt für Burgstaller passieren und der knallt das Leder rechts oben in den Winkel! Eine eingeübte Standardsituation war also ausschlaggebend, dass uns GB9 zum Sieg ballern konnte.

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„Guido Burgstaller, scha-lala-lala!“ skandierte die Nordkurve völlig euphorisiert. Burgi ist in 2015 der erfolgreichste Torschütze beim Ruhmreichen. Eine Lebensversicherung, die nicht verkauft werden darf!

Bin gespannt, wie das Team nächsten Sonntag seinen Verlust kompensieren kann, weil der Heißsporn gegen St. Pauli wegen seiner fünften gelben Karte zwangspausieren muss.

Der Häuptling geht voran

Auf jeden Fall bescherte uns der Burgknaller endlich wieder einen Sieg. Nach dem Auswärtstriumph auf dem Betze Ende September und vielen unnötigen Unentschieden war es der langersehnte Sieg im Ligabetrieb. Die Erleichterung und Freude war mit den Händen greifbar, als das Team auch mal wieder in die Kurve zum Abklatschen kam.

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Der Sieg war wichtig und nach den guten letzten 30 Minuten des Spiels auch verdient. Erneut stimmten Moral, Wille und Einsatz. Messbar anhand der Zweikampfwerte, bei denen der Club mit 56 zu 44 Prozent überlegen war. Kein Glanzstück der hohen Fußballkunst, sondern ein dreckiger Arbeitssieg gepaart mit Kampfgeist und Effizienz. So what!?! Das nehmen wir gerne auch mal mit.

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Nach der Partie war Schäfer ein gefragter Interviewpartner für die geballte Medienschar. Sein Statement zu seinem Fehler, als er ohne Folgen kurz vor der Halbzeit einen Ball unglücklich nach vorne abwehrte, hat mir gut gefallen:

„Manchmal ist der Fußball nicht erklärlich. Ich mache genau dasselbe, und der Spieler tritt über den Ball.“

Ja, so nah liegen Glück und Pech beieinander. Ein ähnlicher Abpraller von Kirschbaum gegen Union Berlin wurde dagegen mit einem Gegentor bestraft, was Kirschbaum derzeit seinen Platz im Tor gekostet hat.

Jetzt heißt es gegen Pauli aufm Kiez nachzulegen – am besten mit einem flotten Dreier gegen einen weiteren Aufstiegsanwärter.

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