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Drei mal drei macht drei?


4. Dezember 2015 – 17. Spieltag:

Lethargie ade, denn der Club macht wieder Spaß. Ergebnisse und Spielweise sorgen für neue Euphorie in Franken und den vorläufigen Sprung auf den Relegationsplatz. Wir sind wieder dick im Geschäft und zum Lohn gibt es nun ein Spitzenspiel gegen Freiburg.

Meine Stimme krächzt. Bin immer noch heißer. Die Schlachtrufe und Gesänge fordern ihren Tribut. Aber es ging nicht anders: Die Stimmung ab der 70. Minute war schlichtweg überragend. Laute, kraftvolle, euphorische Gesänge im Wechselspiel zwischen Stimmungsblock und restlicher Nordkurve verscheuchen den Frust der Vorwochen. 25.000 Fans sind happy.

Der Club macht wieder Spaß. Die Lethargie ist weg. Der Altmeister kämpft und arbeitet Fußball, aber er spielt ihn plötzlich auch. Über die Stabilität der Abwehr und dem Mittelfeld ist ein Defensivverbund entstanden, der kompakt steht und der Mannschaft Sicherheit verleiht. Dieses Sicherheit, mit der du hinten erstmal wenig anbrennen lässt, um dann strukturiert anzugreifen und teilweise überfallartig Konter fährst. Genau diese Stabilität, die der Club viele Wochen hat vermissen lassen. Plötzlich ist sie da, die Mannschaft wirkt, gefestigt, gereift und weiterentwickelt.

Motivation durch Ruhe

Auch wenn im Oktober noch die Ergebnisse nicht gestimmt haben: Aber seitdem Bader, Wolf und Möckel weg sind, und dafür Meeske und Bornemann das Ruder der Vereinsführung übernommen haben, ist wohltuend professionelle Ruhe an am Valznerweiher eingekehrt. Endlich! Das tut so gut! Denn dafür kann sich Trainer Weiler jetzt endlich mal nur mit der Mannschaft beschäftigen. Keine unsinnigen Nebenkriegsschauplätze und Querelen mit der Vereinsspitze mehr. Dafür kann er jetzt seine ganze Kraft und Akribie nur auf die Mannschaft richten – und die scheint immer besser zu verstehen, was der Trainer fordert und vermitteln will. Und allmählich zahlt es sich aus, nicht nur mit Ergebnissen, sondern auch mit der Spielweise.

Im Stadion war ich mir mit vielen um mich herum einig: Das sieht wirklich wie Fußball aus. Keine verschnörkeltes Fußball-Tiri-Tari, aber dafür kraftvoll, leidenschaftlich, intensiv und ehrlich. Und die Tatsache, dass unser Abwehrbolide „Dave the Machine“ nach einer Ecke im gegnerischen Strafraum nen Fallrückzieher macht – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen …

Premierensieg schürt Euphorie

Am Ende steht ein verdienter 2:1 Heimsieg gegen Paderborn, das zwar gut mitgespielt und einige Halbchancen erspielen konnte, am Schluss aber doch chancenlos war. Im Gegenteil: Der FCN hat diesmal sehr viele eigene Chancen liegen lassen, vor allem nach dem 2:0 hätten wir noch zwei bis drei Tore nachlegen müssen. Sei es drum – der Club gewinnt seine Punktspielpremiere gegen den SC Paderborn und stürzt Tiger Effenberg und seine Mannschaft in akute Abstiegsnöte.

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Die Gemütslage bei den Club-Fans ist dagegen gerade eine ganz andere. Die bleischwere Lethargie der letzten zwei Jahre weicht einer neuen Zuversicht. Weil man jetzt das Gefühl hat, dass der FCN wieder an bessere Zeiten anknüpfen kann, dass die Weichen mit der neuen Vorstandsspitze Meeske und Bornemann richtig gestellt wurden und dass aus dem kakophonen Hühnerhaufen FCN wieder ein ambitionierter Verein werden kann. Der FCN als Aushängeschild Frankens, der es vermag eine ganze Region innerhalb von Sekundenbruchteilen in Himmel und Hölle zu schicken. Das ist unser CLUB! So macht das wieder Spaß, so wächst Zuversicht und Vorfreude auf das, was noch kommt. Das ist eher untypisch für das Gemüt des fränkischen Dauermotzers und Grantlers.

Ein gutes Gespür bewies auch der Stimmungsblock in der Nordkurve: Die „Choreo“, die ja bis Jahresende vom DFB als Sanktion für diverses Fanfehlverhalten gar nicht stattfinden darf, feierte die Fanfreundschaft mit den Schalkern. Hunderte Fahnen ich rot-schwarz und weiß-königsblau erinnern daran: „Forever Ultras –  Forever Friends“. Umso schöner, dass die Schalker am Freitagabend im Heimspiel auch endlich wieder einen Sieg feiern konnten – und ausgerechnet den Hannoveranern hat die S04 drei Stück reingebadert. Manchmal kann es eben so schön sein! Danke an die Freunde im Revier.

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Relegationsplatz in Griffnähe

Und plötzlich schließt du die Hinrunde nach drei Dreiern in Folge wahrscheinlich als Dritter auf dem Relegationsplatz ab. Was noch schöner ist: Zum Auftakt der Rückrunde erwartet uns nächsten Sonntag ein richtiges Spitzenspiel gegen die „Freunde aus dem Breisgau“. Das sind noch so einige Rechnungen offen. Aber in erster Linie spielt der Club wieder eine ernsthafte Rolle im Aufstiegsrennen mit – auch darauf haben wir Fans sehr lange gewartet. Plötzlich gibt es wieder eine positive Perspektive, die einen heißmacht und Vorfreude auf die Spitzenspiele erzeugt. Das Schöne daran: Nicht Angst, dass der Club bestimmt wieder verlieren wird, sondern pure Vorfreude.

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Ich hoffe, dass sich diese auch endlich wieder in den Zuschauerzahlen wiederspiegelt! Gegen Freiburg sollten wir doch das altehrwürdige Achteck endlich mal wieder richtig voll machen können, oder? Also 35.000 Fans sollten es schon sein. Bin gespannt und freue mich. Denn wir haben in dieser Saison außerdem noch kein Heimspiel verloren: Die Legende lebt – und sie siegt auch wieder!

Aber jetzt genieße ich erstmal total entspannt das Wochenende – denn mit dem Club-Sieg im Rücken ist die Stimmung top. Da kann selbst „Last Christmas“, das ich heuer gerade erstmalig im Radio höre, mir nicht die Stimmung versauen. Das breite Grinsen wird halten.

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