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Böser Streich der Königsmörder


13. Dezember 2015 – 18. Spieltag:

Der Club ist zwar kein Königsmörder, doch zumindest stößt er den Herbstmeister vom Thron. Majestätsbeleidigung! Das stößt dem störisch psychotischen Hampelkönig Streich sauer auf. Während Streich austickt, lässt der Club die Puppen tanzen.

Weit aufgerissene Augen und der Mund zur Fratze verzerrt. Auf der einen Seite des Spielfeldes hampelt, schreit und rudert er wild mit den Armen. So kennt ihn die Liga – Freiburgs Trainer Streich. Während er nach der hitzigen Partie schimpfend die Weltverschwörung verflucht, den nichts anderes kann eine Niederlage gegen Nürnberg ja wohl bedeuten, lässt der Club die Puppen tanzen. Einen ausgelassen ungestümen Siegestanz führt der Ruhmreiche vor der Nordkurve auf. Und zigtausend Fans sind verzückt und freudetrunken zugleich. Der Club hat im Spitzenspiel den Herbstmeister mit 2:1 besiegt und ist nun auch offiziell wieder ein Aufstiegskandidat.

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Emotion mit Disziplin

Doch bevor es zu rot-schwarzen Jubelarien im Nürnberger Achteck kommen konnte, waren 93 hochemotionale, leidenschaftliche und intensive Minuten zu überstehen. Es war wahrlich ein Spitzenspiel, das sich der Club und Freiburg vor über 28.000 Fans lieferten. Spannend bis in die Nachspielzeit, jederzeit herrschte Torgefahr. Ich muss es ehrlich zugeben: Freiburg war die bisher stärkste Mannschaft, die in der Noris vorspielte. Ballsicher, schnelles Umschaltspiel, präzise und jederzeit gefährlich. Nicht von ungefähr der Herbstmeister der 2. Liga und ein Topaufstiegskandidat.

Doch der Club ist inzwischen auch wieder in diesen erlauchten Kreis vorgestoßen. Mit einer tadellosen und disziplinierten Mannschaftsleistung hat der FCN nicht nur Paroli geboten, sondern eine Partie auf Augenhöhe abgeliefert. Hat hinten gut gestanden, um jeden Ball gefightet und nach vorne ebenfalls gefährliche Torchancen erarbeitet. Klar, Freiburg hatte mehr Ballbesitz und mehr Spielanteile – doch Ballbesitz alleine schießt bekanntlich keine Tore!

Lernwilliger Haufen

Aber der Club hat definitiv dazugelernt. Noch zum Saisonauftakt lief er den selbsternannten Breisgau-Brasilianern ins offene Messer – ohne taktische Disziplin und hinten nicht ganz dicht setze es ein 3:6-Debakel! Doch inzwischen hat das Team verstanden und präsentiert sich als lernwilliger Haufen: Als kompakte Einheit, die kämpft und alles gibt. Als verschworene Truppe, bei der die Mechanismen der täglichen Trainingsarbeit endlich greifen. Als bärenstarkes Offensivteam mit der zweitbesten Trefferquote in der Liga. Diese kommt nicht von ungefähr.

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Natürlich war der Sieg etwas glücklich, resultierte das Siegtor doch aus einem Eigentor der Freiburger. Doch in Summe war er nicht unverdient in dieser engen Partie auf Messers Schneide. Es hielt meinen Blutdruck und Puls auf konstant hohem Level. Immer wieder der bange und nervöse Blick zur Stadionuhr. Es geht hin und her. Haareraufen und Anfeuern, bis die Stimmbänder nur noch heisere Laute von sich vibrieren: Mit vereinten Kräften hält das Abwehrbollwerk – und mit geschicktem Verzögen unseres Torwart-Fuchses Schäfer.

Dann die grenzenlose Erleichterung, als der Schiri endlich in der 93. Minute abpfeift. Die Nordkurve liegt sich jubelnd in den Armen. Der Club stürzt Freiburg vom Tabellenthron und setzt sich damit oben fest.

Der hat doch an Padscher!?!

Es war zwar ein zweikampfbetontes, doch kein unfaires Spiel. Schiri Osmers hat kleinlich gepfiffen und beide Teams damit geärgert, aber in Summe waren es keine gravierenden Fehlentscheidungen. Doch der Freiburger Trainer Streich hat dazu seine ganz eigene Meinung.

Dass er mit voller Emotion mitfiebert, ist ja vollkommen in Ordnung. Doch wie er wieder mal ausgeflippt ist, aus der Coachingzone stürmt und die Schiris aufstachelt, das geht gar nicht. Wenn dann auch noch ein Balljunge, der aus seiner Sicht nicht schnell genug den Ball herausrückt, die eiskalten Blicke des Todes mehrfach erdulden muss, fällt mir nix mehr ein. Vorbildfunktion sieht anders aus! Da könnte der DFB auch mal tätig werden und derartiges Fehlverhalten sanktionieren. Entweder hat Streich seine Medikamente vergessen oder deutlich zu hoch dosiert.

Ja, den Club und Freiburg verbindet eine ganz besondere „Liebschaft“. Sei es drum: Der Clubsieg hat ihn zur totalen Weißglut gebracht – damit haben wir anscheinend alles richtig gemacht. Mit dem vierten Sieg in Serie behaupten wir den Relegationsplatz.

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Mit breiter Brust wollen wir jetzt am Mittwochabend erstmal gegen die Hertha im Pokal-Achtelfinale bestehen. Das wird ein heißer Tanz, bei der am Schluss hoffentlich wieder die Nordkurve tanzt.

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