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Scheibenschießen im Revier


16. September 2016 – 5. Spieltag:

Der Club zeigt Nehmerqualitäten und tolle Moral. Jedoch reichen vier Auswärtstore nicht, um auswärts zu punkten, weil die Abwehr erneut nicht funktionierte. Als Tabellenvorletzter geht es nun ins Frankenderby.

Die erste Halbzeit des Spiels habe ich auf der Heimfahrt im Auto über das Internetradio von Sport 1 gehört: Eine turbulente Gefühls-Achterbahnfahrt, die ich so auch noch nie erlebt hatte – zwischen Furcht vorm Debakel und euphorischer Aufholjagd. Wenn du so ein Spiel noch gewinnst, bist du der Held und schaffst vielleicht die Trendwende, wenn du es verlierst, dann bist du wahrscheinlich der Depp. Am Schluss wusste ich nach der 4:5 Niederlage nicht, ob ich mich jetzt freuen oder doch nur ärgern soll.

Grund zur Freude

Nach den mauen Leistungen der letzen Pflichtspiele habe ich mich gefreut über:

Die tolle Moral der Mannschaft, die sehr früh mit 0:2 und 1:3 zurücklag und trotzdem niemals aufsteckte. Sie schoss 21 Mal aufs Bochumer Tor und hat offensiv bis zur 94. Minute alles versucht, gekämpft und gerackert. Der Lohn sind ein zwischenzeitlicher 3:3 Ausgleich, ein Doppelpack von Neuzugang Salli und insgesamt vier Auswärtstore. Damit scheint die offensive Torflaute vorläufig behoben zu sein, auch weil Möhwald endlich wieder mit dabei war und mit gefährlichen Ecken und Freistößen Offensivgefahr erzeugte.

Gefreut habe ich mich auch über die 1.100 Clubfans und 300 Schalker, die am Freitagabend nach Bochum gefahren sind, um den Altmeister freundschaftlich zu unterstützen. War eine tolle Stimmung, im köngisblau-rot-schwarzen Block, denn die Anfeuerung war trotz der ständigen Rückstände immer da und lautstark. Die Fans haben die engagierte Leistung der Mannschaft mit dem Willen zum Comeback trotz der Niederlage honoriert.

fans_fcn-s04Einfach zum Schwartz-Ärgern

So richtig der Kamm ist mir angeschwollen wegen: Insgesamt FÜNF Gegentoren. Vor allem die frühen Gegentore in der vierten und siebten Minute. Wobei der Elfmeter zum 2:0 absolut lächerlich war. Was für eine dreiste Schwalbe des Bochumers, und das Schiri-Greenhorn Koslowski, der als 29-Jähriger seine erste Zweitligapartie pfiff, ist leider darauf reingefallen. Ärgerlich, aber kann passieren. Mlapa, in seiner Zeit beim Club leider eine Fehlbesetzung, macht natürlich zwei Buden gegen uns. Ein Klassiker.

Das Abwehrverhalten war leider erneut vogelwild: 21 Torschüsse zugelassen. Sepsi ein Totalausfall. Youngster Mühl leider auch an zu vielen Toren direkt mit beteiligt. Es ist ein schmaler Grat, zwischen junge Spieler heranzuführen und die erfahrenen Nationalspieler auf der Bank schmoren zu lassen. In der jetzigen Situation sollten in der Abwehr daher die abgezockten Hunde spielen! Aber anscheinend hat die gesamte stabile Abwehr der Vorsaison über die Sommerpause das Abwehren verlernt. Lediglich Kirschbaum bot überraschenderweise eine erneut gute Partie. Ansonsten totale Konfusion und Ratlosigkeit!

Inn Summe war es ein sehr unterhaltsames, wenn auch nicht hochklassiges Spiel. Das abschließende Statement des Sport1 Moderators trifft den Nagel auf den Kopf:

„Ein Geschenkkorb für jeden Fußballfan, es sei denn, man ist Nürnberger.“

Grüße vom Abgrund

Was bleibt nach diesem anarchischen Zweitligakick mit entblößten Abwehrreihen auf beiden Seiten?

Über Sieg und Niederlage entscheiden oft nur Nuancen. Der Club hat nach fünf Spielen mickrige zwei Punkte und ein Torverhältnis von 8:15. Nach der dritten Niederlage in Folge geht der Trend steil nach unten – zumindest tabellarisch können wir als Siebzehnter fast nicht mehr tiefer rutschen. Vom gefühlten Erstligisten im Mai jetzt zum Vorletzten in Liga 2. Der Club steht derzeit leider berechtigt dort unten. Lediglich was die Stimmung angeht, geht natürlich immer noch tiefer: Einer Niederlage zum Wochenanfang am Montag folgte eine weitere am Freitag. Ausgerechnet jetzt steht das Frankenderby am Dienstag an. Verlieren wir dieses Spiel ebenfalls, wird die Stimmung am vorläufigen Tiefpunkt angelangt sein!

Dass dann natürlich die Trainerdebatte vollends eskalieren wird, ist anzunehmen. Bereits jetzt weht FCN-Coach Schwartz ein strenger Kritikwind ins Gesicht. Erfahrungsgemäß ist der Herbst in der Noris besonders stürmisch und turbulenter als anderswo. Da helfen dir nur gute Ergebnisse und die Tatsache, dass sich die Mannschaft mit voller Leidenschaft reinhängt und Verbesserungen erkennbar sind. Doch gerade mit dieser Geduld ist das rot-schwarze Frankenland nicht im Überfluss gesegnet. Trotz Nibelungentreue zum Club, schlägt das Geduldspendel der Fans bereits in Richtung Trainerentlassung. Ob dadurch die Abwehrfehler weniger werden und sich das Abwehrverhalten der Mannschaft wieder schlagartig verbessert, wage ich zu bezweifeln.

Und ob sich der Verein es finanziell überhaupt leisten kann, den Trainer aus einem laufenden Vertrag rauszukaufen und dann nach wenigen Monaten wieder mit Abfindung zu entlassen, wage ich auch zu bezweifeln. Ich habe mir dazu noch kein finales Urteil gebildet, ob Schwartz der falsche Trainer oder nur ein Sündenbock und Bauernopfer ist. Aber die Unruhe wächst und die Vorfreude aufs Frankenderby nächste Woche ist komplett NULL!

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