Ein Kommentar

Effizienz im Schweinespiel


4. November 2016 – 12. Spieltag:

Erfolgreicher Abschluss der englischen Wochen: Mit gnadenlos effizientem Auswärtssieg beim Lieblingsgegner Aue pirscht sich der Club an die Spitzenplätze ran.

Der Club ist heiß und derzeit das Team der Stunde: Seit sechs Ligaspielen unbesiegt und dabei 16 Punkte gesammelt. Fünf Siege und ein Unentschieden bei 13:3 Toren – das kann sich mehr als sehen lassen. Waren wir bereits Mitte September nach der Derbyniederlage als Tabellenletzter am emotionalen Saisontiefstpunkt angelangt, haben wir seitdem sauber die Kurve gekriegt.

Die Abwehr steht inzwischen weitestgehend stabil, wenn sie wackelt, sind meistens die gleichen Kandidaten dafür verantwortlich. Leider immer wieder ist Laszlo Sepsi der Unsicherheitsfaktor Nummer 1, der mit schlechtem Stellungsspiel und schlampigen Zweikämpfen seinen Keeper oft in Bedrängnis bringt. Zum Glück ist Kirschbaum schon seit Wochen in bestechender Form und bügelt fast alle Fehler seiner Vorderleute aus.

Burgi ist top

Und im Sturm läuft es inzwischen auch wieder richtig gut, seit Burgstaller seinen „Ich-darf-nicht-in-die-erste-Liga-Wechseln-Frust“ verdaut hat. Er macht seine Buden fast nach Belieben und ist mit zehn Toren der treffsicherste Stürmer der 2. Liga. Das ist momentan gut für die Mannschaft und gut für den Verein. Auch durch ihn hat der Club nun seit 33 Ligaspielen in Folge immer ein Tor erzielt – so eine Serie im Profifußball gab es bisher noch nie. Genau so einen Knipser brauchst du im Team, wenn du ein Schweinespiel wie am Freitagabend in Aue gewinnen willst.

Die Partie im Erzgebirge war genau das: Ein weitestgehend unansehnliches Kampfspiel mit wenigen Torchancen und Höhepunkten. Eigentlich ein typisches 0:0, bei dem du dich maßlos ärgerst, weil du gegen einen harmlosen Gegner hast Punkte liegen lassen. Doch der Club hat mit gnadenloser Effizienz aus zwei Torchancen zwei Tore gemacht. Pommes Möhwald zur 1:0 Führung kurz vor der Halbzeit – zum vielzitierten psychologisch günstigen Zeitpunkt. Dann der zwischenzeitliche Ausgleich in der 60. Minute – war klar, dass Ex-Cluberer Nicky Adler getroffen hat und auch Sepsi wieder mal am Gegentor beteiligt war. Dadurch verloren die Rot-Schwarzen ihre Sicherheit und gerieten etwas ins Schlingern. Das vierte Pflichtpartie innerhalb von dreizehn Tagen zehrte sichtbar an Kraft und Konzentration der Spieler.

Trotzdem strahlte Aue in dieser Phase nicht wirklich zwingende Torgefahr aus, so dass alles auf ein trostloses 1:1 hindeutete. Doch in der 77. Minute gelingt dem FCN der Lucky-Punch! Nach einer Möhwald-Ecke köpfte GB9 Aues Spieler Kaufmann an, von dessen Oberschenkel der Ball unhaltbar ins Tor prallte. Wieder ein Treffer, der sich nicht zwingend angekündigt hatte.

Blickkontakt zur Spitze

Die Sachsen setzten danach zwar zur Schlussoffensive an und hatten mehr Ballbesitz, aber richtige Torchancen kamen dabei nicht heraus. So brachte der Altmeister den 2:1-Auswärtssieg über die Zeit und bleibt erneut unbesiegt gegen die Kicker aus dem Erzgebirge. Neben Union Berlin ein weiterer Lieblingsgegner, gegen den der Club noch nicht verloren hat – und das will schon was heißen …

Naja, in Summe ein ziemlich uninspirierter und mauer Kick und ein bisserl mehr hätte ich schon vom Club erwartet. Aber genau so geht’s eben in der 2. Liga: Rumpelfußball mit viel Kampf und wenig Klasse, aber zum richtigen Zeitpunkt abgezockt das Tor machen. Klar, das ist nicht schön, aber wahnsinnig effektiv. So ein Schweinespiel muss man erstmal gewinnen und das hat der Club getan. Die 1.500 mitgereisten Fans hat es ebenfalls nicht gestört, mit drei Punkten die Heimreise in die Noris anzutreten.

Auch FCN-Trainer Alois Schwartz fand lobende Worte für sein Team:

„Wir mussten am Montag viel arbeiten und jetzt gleich wieder freitags ran. Wenn man dann in der 60. Minute ein Gegentor kassiert, dann geht man normalerweise als Verlierer vom Platz. Wie die Mannschaft aber zurückgekommen ist, wie sie die letzten Körner rausgeholt hat, dafür kann man nur ein Riesenlob aussprechen. Die Mannschaft hat sich stabilisiert und glaubt an sich. Dass wir heute als Sieger vom Platz gegangen sind, freut mich riesig.“

Somit schnuppert der Ruhmreiche nach dem Auswärtssieg wieder in obere Tabellenregionen: Der erste direkte Aufstiegsplatz ist sieben Punkte entfernt und zum Relegationsplatz sind es vier Punkte. Der Club hat also wieder Blickkontakt zur Spitze – das Rennen um die begehrten Plätze ist wieder in vollem Gange. Schade, dass uns jetzt die Länderspielpause ausbremst, aber Zeit für die Regeneration, gerade bei der akut langen Verletztenliste, kann nicht schaden. Danach werden wir weiter durchstarten. Da geht noch was!

tabelle-12-spieltag-2016

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Ein Kommentar zu “Effizienz im Schweinespiel

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