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Wirbelnde Jungspunde


4. Februar 2017 – 19. Spieltag:

Nach dem Sieg in Heidenheim ist der FCN die beste Auswärtsmannschaft der 2. Liga. Dabei überzeugte der Club mit vier Youngstern in der Startelf. Wird dieser Jugendstil analog zum Jahr 1985 für neue Erfolge sorgen?

Mit einer Notelf ist der Club nach Heidenheim gefahren. Verletzte oder gesperrte Spieler sorgten dafür, dass FCN-Coach Schwartz sein Team gehörig umbauen musste: Patrick Kammerbauer, Dennis Lippert, Lukas Mühl und Abdelhamid Sabiri waren in der Startelf – alles Jungspunde aus dem NLZ, bei denen der Rasierapparat vorwiegend noch mit Flaum kuschelt.

Viel habe ich mir daher nicht ausgerechnet. Zu stark und konstant haben sich die Heidenheimer bisher daheim präsentiert und mit 16 Gegentoren als beste Abwehr der Liga nicht viel zugelassen. Aber vielleicht ist ein erzwungener Jugendstil ja genau das richtige für den Altmeister? Trotzdem war ich skeptisch und dämpfte meine Erwartungshaltung für die anstehende FCN-Auswärtstour.

dsc_0121_beschnittenAbgezockt wie die Alten

Doch ich wurde eines besseren belehrt! Nicht nur, dass die vier Youngster unbekümmert aufspielten, kämpften und rackerten – nein, sie waren auch abgezockt und erzielten alle Tore. Sabiri, Kammerbauer und wieder Sabiri sorgten mit drei Treffern für den ersten Dreier in 2017.

Das habe sie in einer Manier vollbracht, die mir imponiert hat! Das war abgezockt und jeder hat gesehen: Die haben so richtig Bock auf mehr. Was das gesamte Team in der ersten Halbzeit abgeliefert hat, sah zudem wie richtiger Fußball aus. Vielversprechend, was da gezeigt wurde. So hat der Club der besten Abwehr drei Glocken reingeläutet und ist inzwischen mit fünf Siegen auf fremdem Platz die beste Auswärtsmannschaft.

Einfach so weiterspielen lassen

Nach Burgis Abgang haben sich viele gefragt: „Wird die Tor-Serie jetzt reißen? Wer schießt künftig die Tore?“ Die Antwort ist simpel und überraschend zugleich: Die Jungspunde hams gerichtet. Alle vier Tore in 2017 gehen aufs Konto von Mühl, Kammerbauer und Sabiri. Sie haben mit dafür gesorgt, dass der Altmeister mit 34 Toren den besten Sturm der Liga und ausnahmsweise auch einen Positivrekord aufgestellt hat. Inzwischen hat der Ruhmreiche in 40 Zweitligapartien hintereinander jeweils mindestens ein Tor erzielt.

Das ist zwar ein Rekord, für den man sich per se nix kaufen kann, aber der Gegner ist alarmiert vor unserer Angriffsstärke! Jetzt gilt es nur noch dafür zu sorgen, dass hinten noch öfters die Null steht. Nicht auszudenken, wie viele Siege dann noch eingefahren werden könnten…

Aber jetzt wäre es einfach wichtig, diesen Jugendstil konsequent weiter zu verfolgen: Lasst die Youngster spielen, baut sie ins Team ein und verzeiht ihnen Fehler, die aufgrund fehlender Erfahrung passieren können und werden. Ladet nicht zu viele Erwartungen auf ihren jugendlichen Schultern ab, auch wenn sie mehr als nur Wasserträger sind. Findet eine Balance aus Fördern und Fordern, aber ohne sie zu verheizen!

dsc_0016_beschnittenLet‘s reload 1985

Wenn der Club diesen vernünftigen Weg konsequent durchhält, dann „droht“ uns ein zweites 1985! Wobei es uns eher „blüht“. Die Älteren unter euch können sich noch erinnern: Aus der Not langjähriger Zweitklassigkeit hat der FCN in der Saison 1984/85 auf Jungspunde wie Grahammer, Wagner, Reuter, Dorfner und Eckstein gesetzt. Diese Juwelen wurden zu kantigen Diamanten geschliffen und haben dafür gesorgt, dass der Altmeister 1985 aufgestiegen und aus der Versenkung von elf Jahren Zweitklassigkeit [siehe auch die Korrekturhinweise bei den Kommentaren] auferstanden ist.

Damit begann eine Blütezeit, die dafür gesorgt hat, dass sich der Club wieder in der Bundesliga etablieren konnte. Auf eine Wiederholung dieser Blütezeit mit neuen Erfolgen hätte ich so richtig Bock – und zwar Bock auf mehr!

dsc_0004_beschnittenJetzt bin ich aber erstmal gespannt auf die Entwicklung der nächsten Wochen. Am Freitag kommt Braunschweig ins Achteck. Die haben in der Noris noch nix gerissen, obwohl sie schon oft nah dran waren. Mit einem Sieg ist der Club plötzlich wieder in Schlagdistanz zu den drei begehrten Spitzenplätzen. Aber jetzt lass die Jugend weiter wirbeln, dann werden wir schon sehen. Aufsteigen können wir notfalls immer noch im Mai … 🙂

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5 Kommentare zu “Wirbelnde Jungspunde

  1. „…und haben dafür gesorgt, dass der Altmeister 1985 aufgestiegen und aus der Versenkung von elf Jahren Zweitklassigkeit auferstanden ist.“ – Kleine Berichtigung, damit gelang der direkte Wiederaufstieg in die 1. Liga, die vielen Jahre Zweitklassigkeit waren schon zwischen 1969 bis 1978. 😉 Aber auch 1977/78, die Saison, in der man endlich wieder in die 1. Liga aufgestiegen ist, hat man mit vielen jungen Spielern (u.a. aus der A-Jugend Meistermannschaft von 1974) realisiert. Das lief damals unter dem Motto „Club ’77“.

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    • Besten Dank für den Hinweis und die Präzisierungen. Mein aktiv gelebtes Archiv als Fan beginnt erst im Herbst 1986 🙂
      Aber auf jeden Fall zeigt die Club-Historie: Jugendstil lohnt sich.

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      • Da isses mal von Vorteil, wenn man schon auf die 50 zugeht. 😉 Am 21.20.1978 war mein „erstes Mal“, Club gegen Dortmund vor 35.000 Zuschauern im Städtischen Stadion. Da waren auf Seiten den Clubs Namen wie Stocker, Weyerich, Eder, Beierlorzer, Schöll und Heidenreich, bei Dortmund noch ein Siggi Held und Ente Lippens… 😉
        Jugendstil lohnt sich, absolut! Das wurde ja in den letzten Jahren meines Erachtens etwas vernachlässigt, da wurden zu wenige junge Spieler zu den Profis herangeführt…

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      • Wow was für ein Alter. Respekt! Ich bin lediglich ein 40-jähriger Jungspund 😉

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      • Und ich werd dieses Jahr noch 47… :-p

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