Ein Kommentar

Tor-Not beim letzten Aufgebot


4. April 2017 – 27. Spieltag:

Der Club verliert nach einem couragierten Auftritt mit 0:1. Es war die vierte Auswärtsniederlage ohne eigenen Treffer. Neben Torflaute und Verletzungsmisere verschärft sich auch der Zwist mit den Ultras weiter. Handeln ist unausweichlich.

Duplizität der Ereignisse in den letzten vier Spielen für Clubtrainer Köllner: Zum zweiten Mal darf er der Heimmannschaft zum 1:0-Sieg und der neuen Tabellenführung gratulieren und schon zum zweiten Mal tröstete er nach eigenen Heimsiegen den Tabellenletzten. Am Dienstagabend setzte es wieder eine Auswärtsniederlage gegen Hannover 96, das heimstärkste Team der Liga.

Komplette Elf im Lazarett

Der Club hat sich gut und teuer verkauft, obwohl sich unser Lazarett erneut mit Matavz, Petrak und Salli kurzfristig vergrößert hat. Inzwischen fehlen uns elf Stammspieler verletzungsbedingt – eine derartige Misere habe ich auch noch nie erlebt. In Summe keine guten Voraussetzungen für erfolgreichen Fußball, egal ob in einer englischen Woche oder bei normalem Spielbetrieb. Trotzdem hat der FCN mit seinem letzten Aufgebot, der Kader umfasste nicht einmal 18 Spieler, eine gute Leistung abgeliefert.

Nachdem uns Hannover in den zehn Anfangsminuten überrollte und drei hochkarätige Chancen zur Führung hatte, fand der Altmeister danach seine Ordnung und Stabilität. Die zusammengewürfelte „Restetruppe“ spielte aus geordnetem Defensivverbund heraus mit gefälligem Kurzpassspiel. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend bis zur Halbzeit.

Rückhalt durch Collinas Erben

Turbulent und kurzweilig wurde es dann nach Wiederanpfiff: In der 47. Minute ließ sich der Club mit einem schnell ausgeführten Einwurf überrumpeln. Die Flanke von Ex-Cluberer Füllkrug verwandelte Harnik flach unten links. Schäfer chancenlos und es stand 0:1. Aber unsere Notelf ließ die Köpfe nicht hängen und fightete weiter. Das Offensivspiel war zwar planvoll, nur leider nicht durchschlagend. Auch die Menge an richtig gefährlichen Torchancen geriet übersichtlich, trotz der zwölf Torschüsse.

Die beste Chance allerdings landet als Kopfball von Mühl am Pfosten. Jedoch hätte es Elfmeter geben müssen, weil Mühl von der sehr hohen Fußspitze des Hannoveraner Verteidigers im Gesicht getroffen wurde. Die Meinung dazu von „Collinas Erben“, dem Schiedsrichter-Podcast von Fokus Fußball, war eindeutig:

Tja, nur leider wurde er diesmal nicht gegeben. Gegen den KSC letzten Freitag bekommst du sogar nen zweifelhaften Elfer, diesmal einen eindeutigen nicht. Hängt leider immer wieder an der Auslegungssache der Schiris. Nix Neues. Wird sich auch nie ändern. Müßig, darüber weiter zu lamentieren.

Sieger laut Statistik

Somit also kein Elfer und kein Ausgleich. Im Gegenteil: Hannover ließ in der letzten Viertelstunde noch einige Großchancen liegen, weil Konter zu unpräzise abgeschlossen wurden. Glück gehabt, denn plötzlich verlierst du die Partie mit einer 0:4-Klatsche. Schade nur, dass in Summe der Aufwand und das Engagement vom Club bei einem guten Auswärtsspiel nicht belohnt wurden. Da bringt es uns leider auch nix, dass wir in (fast) allen Statistiken von Clubfans United als der Sieger hervorgehen. Nur leider nicht in der entscheidenden …

Aber wenn du vorne keine Dinger mehr reinmachst, verlierst du eben 0:1. Seit einigen Wochen fehlt inzwischen ein Knipser – und wahrscheinlich ist auch so schnell keine Besserung in Sicht. Auch wenn der Club eine gute Mannschaftsleistung gezeigt hat, auf der Köllner aufbauen kann. Bin gespannt, wie es weitergeht, wenn sich unser Lazarett endlich wieder etwas gelichtet haben wird.

Eiszeit beenden: Zurück zur Vernunft

Mindestens genauso (an-)gespannt bin ich auch, wie es mit dem derzeitigen (Nicht-) „Verhältnis“ zwischen Vereinsführung und der aktiven Fanszene UN94 und BDA weitergeht. Ausgelöst im Oktober 2016 durch die Vorfälle beim Auswärtsspiel in Karlsruhe und die anschließenden Sanktionen des Vereins sind die Fronten verhärtet: Bereits seit Monaten herrscht eine giftige Atmosphäre, gespickt mit Misstrauen, Polemik, Schuldzuweisungen und Eitelkeiten – und zwar auf beiden Seiten.

Ich spare es mir, akribisch aufzulisten und nachzuerzählen, welche Partei wann genau welchen Fehler gemacht hat. Dafür waren es die letzten Monate einfach viel zu viele. Aber spätestens die aktuellsten Reaktionen rund um die Blocksperre vom 7er und 911er beim Heimspiel gegen Aue verbunden mit den Ausweichblöcken, belegt: Die Situation ist inzwischen dermaßen verfahren und die Stimmung so frostig, dass einem Sibirien dagegen wie eine Sauna vorkommen muss.

So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen! Schluss mit der Eiszeit und dem Gerangel um Macht und Politik. Es wird Zeit, dass sich Fans und Verein endlich wieder an einen Tisch setzten und miteinander reden. Zieht einen Schlussstrich unter die Verfehlungen und entwerft GEMEINSAM einen Fahrplan, wie es weitergehen soll. Dass es nur gemeinsam gehen kann, sollte doch inzwischen allen klar sein. Der Club braucht seine aktive Fanszene genauso wie die aktive Fanszene den FCN braucht. Genauso wie auch die „normalen“ Fans und Stadiongänger gebraucht werden, die einfach nur zu ihrem Club stehen – egal ob sie pfeifen, motzen, schreien oder anfeuern.

Denn es geht nicht um bessere oder schlechtere Fans, sondern es geht darum, dass wir alle mit Leidenschaft und rot-schwarzen Herzen zum Club stehen. Letztlich jeder auf seine Weise, aber alle im Rahmen von Regeln eines fairen und gewaltfreien Miteinanders. Aber alle mit dem gleichen Ziel: Nur das Beste für unseren Club! Also handelt endlich und sprecht miteinander – JETZT!

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