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Fast perfekter Aufbaugegner


23. April 2017 – 30. Spieltag:

Fast hätte sich der Club im Frankenduell blamiert. Doch mit dem Unentschieden holte man wenigstens einen Punkt und hielt die Distanz zur Abstiegszone aufrecht. Ein bisserl Balsam fürs FCN-Nervenkostüm, denn rechnerisch ist noch alles möglich.

Der Club hätte es wieder einmal fast geschafft: Beinahe wäre der Ruhmreiche das erste Team gewesen, gegen das die Würzburger Kickers ihren ersten Sieg in der Rückrunde hätten einfahren können. Wäre der übliche Klassiker, dass man wie schon so oft in der Historie den perfekten Aufbaugegner für darniederliegende Mannschaften gegeben hätte. Zur Belohnung hätte es Hohn und Spott gerieselt – gleichzeitig wären die Kickers bis auf drei Punkte wieder an den FCN herangerückt.

Doch wenigstens blieb uns diese Schmach ausnahmsweise erspart: FCN-Interimscoach Köllner wechselte erneut glücklich ein und schickte mit Cedric Teuchert einen Vollstrecker aufs Spielfeld. Dieser erzielte wie schon vor Wochenfrist einen wichtigen Treffer und schob kaltschnäuzig gegen die Laufrichtung des Keepers ein. Ganz im Stile eines Goalgetters. Mit dem 1:1 in der 80. Minute beendete der Club endlich seine Auswärtstorflaute. Nach zuletzt vier Auswärtsniederlagen ohne eigenen Treffer war es das erste Auswärtstor. Zumindest deswegen hat sich die knapp 100 Kilometer kurze Auswärtsfahrt für den Club gelohnt.

Desaströse Derbybilanz

Glücklicherweise reichte Teucherts Treffer, um einen Punkt aus Würzburg mitzunehmen. So richtig happy und in Jubelstimmung war trotzdem keiner aus dem rot-schwarzen Lager. Dafür war das Spiel zu schwach und der Leistungsnachweis äußerst dürftig. Viel Kampf und noch mehr Krampf. Viele Stockfehler und Unzulänglichkeiten – alles schon zigmal erlebt und geschrieben in dieser Spielzeit. Auch spielerisch absolute Magerkost. Wie so oft in der Saison machte es einem der Club nicht wirklich leicht, einen angenehmen Fußballnachmittag zu erleben. „Wenigstens net verloren und immer noch sechs Punkte auf die Abstiegszone!“ bleibt so nur als Fazit übrig. Schon traurig, aber mehr als biederes Mittelmaß ist der Altmeister derzeit eben nicht.

Und egal, ob wir das Spiel gegen die Kickers nun als Frankenderby oder Frankenduell bezeichnen oder das Spiel gegen die Löwen als Bayernderby oder was auch immer: In den insgesamt sechs Duellen gegen Fürth, Würzburg und München hat der Club mickrige zwei Punkte geholt – von 18 möglichen! Ja, Derbys sind heuer wahrlich nicht unser Ding gewesen. Eine blamable Bilanz und Salz in die rot-schwarze Fanwunde.

Hauch von 1. Liga

Aber es passt eben ins Gesamtbild dieser weitestgehend freudlosen Saison. Konstant schlechte Abwehrleistungen mit haarsträubenden Fehlern und Gegentoren. Keine Erfolgsserie, die so richtig Bock auf mehr macht und endlich wieder Fanscharen ins altehrwürdige Achteck lockt. Stattdessen ein ständiges Auf und Ab, das für Grausen sorgt. Gemessen an der selbstgesteckten Erwartungshaltung, dass wir zumindest zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten zählen, eine Enttäuschung.

Glücklicherweise bringen die Gegner in der Rückrunde so richtig viele Fans mit und kaschieren unsere Zuschauerbilanz, denn sonst sähe unser nach unten gehende Trend beim Zuschauerschnitt deutlich schlechter aus. Aber auch kein Wunder, denn die Leistungen ersticken jegliche Euphorie bereits im Keim.

Doch vielleicht zeigt der Ruhmreiche im Heimspiel gegen den aufstiegsreifen Tabellenführer VfB Stuttgart dann wieder sein anderes Gesicht? Vielleicht kaschiert er die ärgerliche Saison und erfreut uns mit einem grandiosen Spektakel: Singende Ultras, wehende Fahnen und Ballakrobaten auf dem Rasen. Richtig voll dürfte es ja im Achteck werden, haben sich doch viele tausend Schlachtenbummler aus Schwaben angekündigt. Zumindest der Rahmen wird erstligareif sein. Es wäre schön, wenn sich der FCN diesem Niveau anpasst und mit einem Sieg seine Fans verzückt. Zudem wird sich auch das Punktekonto über weitere Zähler freuen, damit auch rechnerisch nichts mehr anbrennen kann. Freuen wir uns auf Samstag. Schließlich sind wir Club-Fans ja unverbesserliche und lebensbejahende Optimisten. Oder etwa nicht?

Bin gespannt, wer dann wen aufbaut…

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2 Kommentare zu “Fast perfekter Aufbaugegner

  1. […] Fast perfekter Aufbaugegner […]

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  2. https://polldaddy.com/js/rating/rating.js[…] Der VfB hat den KSC, der Club hat Fürth – und Würzburg. Entsprechend euphorisiert waren die Nürnberger Fans bei der Reise nach Würzburg im Franken-Duell. Einige Medien hauten hart aufs Parkett und schrieben vorab von der „Furcht vor Randalen“, wie bei der Main-Post geschehen. Rund um einen Fanmarsch gab es schließlich einzelne Ausraster, unter anderem wurden neun Personen festgenommen, offenbar wurden Pyro und Glasflaschen in Richtung Polizei geworfen. Während und nach dem Spiel blieb es friedlich. Wer auf Polizeibilanzen steht, der kann bei Würzburg Erleben gerne mehr dazu lesen, konzentrieren wir uns lieber auf das Sportliche. Da dient das Würzburg-Spiel als Blaupause für die Saison der Nürnberger. Gegen in der Rückrunde unglaublich schwache Würzburger nur einen Punkt zu holen, ausgerechnet im Derby, zeigte vielen: „Schon traurig, aber mehr als biederes Mittelmaß ist der Altmeister derzeit eben nicht.“ So geschrieben in einem an tiefster Tristesse nur schwer zu überbietenden Blogpost von Frank Ordos… […]

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