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Sixpack für die Chronik


16. September 2017 – 6. Spieltag:

Mit einem 6:1-Kantersieg landet der Club den höchsten Auswärtssieg seiner Vereinshistorie. Ishaks Dreierpack, Löwens Doppel-Gambel und Kirschbaums Glanzparaden sicherten den Sieg. Es war trotzdem ne verdammt enge Kiste.

Die Ratlosigkeit nach dem St. Pauli Spiel wich übermäßiger Freude. Eine Niederlage am Montag, die es nie hätte geben dürfen, und ein Kantersieg am Samstagnachmittag, der auch hätte anders ausgehen können. Klingt komisch – ist aber Fußball.

Noch nie hat der Club ein Pflichtspiel auswärts mit 6:1 seit der Einführung der Bundesliga 1963 gewonnen. Der geneigte Fußball-Interessierte wird wohl von einem spannungsarmen Fußballnachmittag ausgehen, bei dem die siegreiche Mannschaft das unterlegene Team nach Belieben vorgeführt hat. Mitnichten. Es war das genaue Gegenteil: Eine bis zur 75. Minute spannende Partie, bei der eine gnadenlos effiziente Offensive und ein überragender Torhüter letztlich den Unterschied machten.

Endlich genügend Zielwasser

Anscheinend hat der FCN meine Aufforderung vom Donnerstag nach Mehr Zielwasser bitte ziemlich verinnerlicht. Das Gastspiel in der Wedau ließ auf jeden Fall ziemlich wenige Offensivwünsche offen. Sechs fein herausgespielte Tore und fast jede Chance mündete in einen Treffer:

Zweimal identisch gekontert, bei dem Tobias Werner von der Außenbahn alleine aufs Tor zusteuert, aber dann in der Mitte den freistehenden Mikael Ishak sieht. Ein präziser Pass und der Rest ist Formsache. Damit ist der Knoten beim Schweden Ishak, der fast schon final als Fehleinkauf abgestempelt war, wohl endgültig geplatzt. Zudem er noch ein weiteres Tor zum 4:0 geschossen und damit seinen Dreierpack geschnürt hat. Das kann man so machen, um die lange Torflaute zu beenden. Das freut mich sehr für ihn – hoffentlich spielt er künftig befreit auf und zeigt sein Können. Noch deutlich schöner waren die beiden Treffer von Eduard Löwen. Ein Freistoßschlenzer über die Mauer in die linke Gambel und ein Schlenzer ins rechte Tordreieck. Klingeling, wieder drin das Ding. Und das 6:1 kurz vor Schluss vom eingewechselten Teuchert war der letzte Tiefschlag für die Zebras. Die über 2.000 mitgereisten Clubfans waren aus dem Häuschen.

Kirschbaum ein Traum

Aber damit nicht genug Erfolgserlebnisse an diesem Samstag! Ich behaupte, dass Kirschbaum mit den Glanzparaden den Sieg festgehalten hat, so komisch das auch klingen mag. Denn Duisburg hat trotz des deutlichen Rückstandes nie aufgesteckt und immer weiter angegriffen, weil der Club defensiv wahnsinnig viel zugelassen hat. Selbst mit einer 3:0 Führung nach 50 Minuten hat sich der Ruhmreiche noch brandgefährliche Konter eingefangen, anstatt die Partie mit souveräner Defensivleistung runterzuspielen. Du führst komfortabel und zitterst trotzdem. So haben die Zebras 24 Torschüsse abgegeben – doch Kirschbaum hat alle brenzligen Situationen prächtig gemeistert. Und der Ehrentreffer via berechtigtem Elfmeter zum 1:5 war dann auch zu verkraften. Für mich war Kirschbaum weltklasse.

Hätte Duisburg insgesamt noch genauer gezielt, wäre das Spiel wohl auch 6:6 ausgegangen. Es gab genügend hochkarätige Chancen. So war es zumindest für alle Fans im Stadion und an den Bildschirmen ein unterhaltsames Spektakel – nur dass die Toren eben für den Club fiele. Passd! Nur die Abwehrleistung des FCN darf also bitte schon noch etwas stabiler werden. Kaltschnäuzigere Teams hauen uns ebenfalls den Kasten voll.

Partyschreck verpatzt Jubiläum

So war es letztlich für die Zebras eine herbe Klatsche, bei der sie für ihr ungestümes und nimmermüdes Anrennen Lehrgeld zahlen mussten. Ich denke, sie haben sich ihre Jubiläumsfeier zur Vereinsgründung vor 115 Jahren ganz anders vorgestellt.

Viele von euch kennen das vielleicht noch aus ihrer Jugend: Eltern vereist. Kleine Party geplant. Aus 15 Leuten werden 50. Und irgendeiner kotzt dir bestimmt die Bude voll und kackt auf den Teppich. Dann stehst du da und bist restlos bedient. Ich denke, der Club hat sich genau als dieser Partyschreck erwiesen – zwar etwas eleganter und niveauvoller, doch mit ähnlicher Wirkung auf den Gastgeber. Ich hoffe, meine Arbeitskollegin Jenny in Duisburg ist nicht allzu angefressen, aber Am Ende zählt die Wurst. Zumindest gibts für jeden Treffer ein Bier – ein wahrlich leckerer Sixpack.

Damit hat der Altmeister innerhalb von fünf Wochen zweimal auswärts in der Wedau gewonnen und findet nach nur einem Punkt in drei Spielen wieder in die Erfolgsspur zurück. Angstgegner ade und in gewisser Weise eine Revanche für das Verpatzen des Direktaufstieges im April 2016 für die Verflixte Achtzehn. Jetzt gilt es, diesen Schwung in die englische Woche mitzunehmen und das Erfolgserlebnis gegen Bochum und im Frankenderby auszubauen. Dann klappt‘s vielleicht auch mit dem Nachbarn aus der Westvorstadt.

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2 Kommentare zu “Sixpack für die Chronik

  1. http://i0.poll.fm/js/rating/rating.jsMoin 😊 nee all zu angefressen bin ich nicht, vom Spiel zu hören ist auch nur halb so schlimm wie dabei zu sein. Aber meinen Neffen musst wir schon mächtig wieder aufbauen …. 😉

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