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Durchdrehende Dynamos


22. Oktober 2017 – 11. Spieltag:

Dass der Club auch Heimspiele gewinnen kann, bei denen er mal das schlechtere Team darstellt, ist gegen Dresden gelungen. Die erwiesen sich anschließend als schlechte Verlierer, doch der Club hat dafür ein kindgerechtes Betreuungsangebot.

Es war ein nervenaufreibender Sonntagnachmittag, doch am Schluss lagen nur bei den Gästen aus Dresden die Nerven blank: Zu schmerzhaft schien die enttäuschende Niederlage trotz klarer Feldvorteile, so dass am Ende der Frust regierte. Mit einem derben Foul von hinten in die Wade von Pommes Möhwald holte sich Dresdens Heise in der Nachspielzeit die glatt Rote Karte ab. Ein Foul, das mutwillig Verletzungen in Kauf nimmt.

Ebenfalls in die Kategorie Enttäuschung gepaart mit Frust ordne ich das Verhalten des Dresdner Trainers Neuhaus ein: Der mokierte sich kurz vor Schluss, dass es Club-Coach Köllner wagte, einen ins Aus trudelnden Schuss nicht postwendend zurückzuspielen. Klar, damit die Dresdner ganz schnell den Einwurf ausführen, einen Konter fahren und möglichst noch den Ausgleich erzielen können. Alter, was hat der denn geraucht? Erstens, war das Spiel unterbrochen, weil der Club anschließend Auswechseln wollte und zweitens wird ja wohl keiner ernsthaft erwarten, dass sich Köllner als Balljunge betätigt und das Spiel schnell macht – am besten noch mit einem Steilpass. Na klar, sonst noch was?! Also einfach mal den Ball flachhalten, Herr Neuhaus.

Ab ins Bällebad

Doch selbst in der Pressekonferenz hat sich Neuhaus immer noch nicht eingekriegt und wetterte gegen Köllners vermeintliche Unsportlichkeit mit den Worten:

„Wenn so etwas zur DNA des Club gehört, will ich mit dem Verein nichts zu tun haben.“

Noch ist er leer, der Ort der FCN-Pressekonferenz. Doch nach dem Spiel ging es verbal richtig zu Sache.

Aber keine Sorge, wir sehnen uns auch nicht nach Freundschaftsbier mit ihm und seiner Tretertruppe. Sogar den abschließenden Handschlag hat er verweigert. Was für eine trotzig beleidigte Leberwurst. Mehr als nur ein Hauch von Kindergarten!

Aber zum Glück hat der Club dafür sogar eine Lösung parat: Denn wie ich bei der Stadionführung vor dem Spiel gelernt habe, bietet der Club seinen VIP-Gästen eine Kinderbetreuung an. Pädagogisch geschultes Personal sorgt dafür, sich auch kleine Trotzköpfe unter Aufsicht austoben können. Es ist nicht überliefert, ob sich der beleidigte Uwe im Bällebad wieder beruhigt hat. Vielleicht dreht er dort noch immer seine Runden und versucht verzweifelt, das Runde ins Eckige zu manövrieren.

Drüber und daneben

Denn genau daran hat es seiner Mannschaft eben gemangelt – dem zielsicheren Torabschluss. Es ist unbestritten, dass die Dynamos am Sonntagnachmittag die bessere Mannschaft mit der reiferen Spielanlage waren. Sie haben das Spiel bestimmt und sehr viele Torschüsse abgefeuert. Doch von ihren 23 Schüssen gingen 21 als Fahrkarten drüber und daneben oder wurden abgeblockt. Gerade einmal zwei Schüsse kamen aufs Club-Gehäuse und erforderten Kirschbaums Eingreifen.

Und einer davon war ein Elfmeter, der selbst mit dem Wort „schmeichelhaft“ noch als sehr wohlwollend beschrieben wird. Wie der Dresdner Berko nach einer leichten Berührung von Leibold zum dramatischen Sturzflug ansetzt, bringt ihm sicherlich den respektablen Applaus diverser Theaterregisseure und Zugvögel ein. Doch einen Elfer nach so einer Berührung ohne Torgefahr zu pfeifen, ist schlichtweg ein schlechter Witz. Hier hat Neuhaus wahrscheinlich trotzdem herzlich gelacht und das Geschenk freudig angenommen. Genau wie vor Wochenfrist, als ein genauso lächerlicher Elfmeter die Dresdner gegen Ingolstadt wieder zurück ins Spiel gebracht hat. Und wieder hat der Ex-Clubspieler Mlapa den Strafstoß verwandelt. Kirschbaum hätte ihn fast noch gehabt. Doch stattdessen stand es 1:1.

Was für eine Fehlentscheidung von Schiri Kempter! Nicht nur in dieser Szene lag er komplett mit seiner Bewertung von Zweikämpfen daneben. Das war schon absurd. Doch ihm hätte geholfen werden können, denn der Club bietet für alle sehbehinderten und blinden Fans im Stadion eine spezielle Hörfunkreportage zum Spielgeschehen an. Ein toller Service, der die Stadionatmosphäre mit dem Spielgeschehen kombiniert. Vielleicht hätte dem Schiri dieses Hörerlebnis geholfen, um den richtigen Durchblick zu gewinnen.

Clever eingenetzt

Jedoch zeigt der Club Moral und lässt sich wie schon mehrmals in dieser Saison nicht von Rückschlägen oder Fehlentscheidungen umwerfen. Stattdessen hat er trotz einer insgesamt mittelmäßigen Leistung die zwei wichtigen Dinge richtig gemacht: Sowohl sieben Minuten nach Spielbeginn also auch sieben Minuten vor Spielende hat er ein Tor geschossen. Wieder einmal waren Ishak und Teuchert die Goalgetter für den Club. Beide mit einem saustarken Lauf!

Teuchert umkurvt Dresdens Keeper und schiebt zum 2:1-Siegtreffer ein.

Im Gegensatz zu den Gästen hat der Altmeister clever eingenetzt. Und die wenigen Chancen waren zudem brandgefährlich und kamen aufs Tor. So gewinnst du am Ende eben ein Spiel glücklich, aber nicht unverdient mit 2:1 – selbst wenn du mal nicht die feldüberlegende Mannschaft warst.

33.600 Fans im Achteck: Auch Dynamo brachte viele Fans mit in die Noris.

Also bleiben die Punkte hier und den Dynamos mit ihren über 8.000 mitgereisten Fans bleibt nur der Frust. Wie hoch deren Frust war, ließ sich auf dem Weg zum Parkplatz beobachten: Obszöne Gesten, Drohgebärden und Schimpftiraden sorgten für eine aufgeladene Atmosphäre. „Ihr habt gezahlt, ihr dürft jetzt gehn.“ Bei manchen Gästen ist man froh, wenn sie wieder abziehen. Aber nehmt euren Trainer mit, der turnt wahrscheinlich immer noch im Bällebad rum.

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