Ein Kommentar

Applaus für die Moral


18. März 2018 – 27. Spieltag:

Endlich wieder ein Tor erzielt, auch wenn es am Schluss nur zu einem Punkt reichte. Aber er beruhte auf einer Energieleistung, die aus einem Rückstand noch ein 1:1 gegen Darmstadt machte. Der Vorsprung ist zwar auf zwei Punkte geschmolzen, trotzdem gabs Applaus.

Die Mannschaft des FCN wurde schon oft in die Kurve beordert. Bei Siegen sowieso, aber auch nicht immer aus erfreulichen Gründen. Doch an diesem Sonntagnachmittag reichte ein Unentschieden, um in die Kurve zu „müssen“ – zur Belohnung gabs Applaus und aufmunternde Worte. Ich hab zwar im Block 2 akustisch nicht alles verstanden, aber laut Teilen meiner Twitter-Timeline, die näher dran war, hat der Vorsänger der Ultras sinngemäß gerufen:

„Die zweite Halbzeit hat gezeigt hat, dass ihr mit dem Ausgleichstor eine Wende geschafft habt. Ihr habt das verdient, wir haben das verdient, wir glauben an Euch! Der Kampf geht bis zum Schluss zahlt sich aus. Weiter so und dann ist auch wieder ein Dreier fällig. Wir Fans stehen hinter der Mannschaft, auch wenn es mal mau läuft, denn wir sind gemeinsam der FCN!“

Applaus aus der Kurve: Der Vorsänger der Ultras mit motivierenden Worten für die Mannschaft nach dem Spiel.

Alle, die noch im Max-Morlock-Stadion waren, stimmten zu und klatschten. Auch wenn sich das Achteck leider viel zu schnell nach Spielende gelehrt hat.

Kein Grund zur Flucht

Auch wenn es arschkalt und durch den nächtlichen Wintereinbruch sehr ungemütlich im Stadion war, die Leistung nach der Pause bot keinen Anlass zur überhasteten Flucht der 27.000 Zuschauer. Im Gegenteil: Unser Team hat in der zweiten Halbzeit endlich die Leidenschaft gezeigt, die wieder Zuversicht verbreitet. Endlich wurde energisch und druckvoll gespielt. Überraschende, schnelle Offensivaktionen, die für Torgefahr sorgen und wieder Torchancen kreieren. Ein unermüdliches Anrennen, das wenigstens mit dem Ausgleich in der 78. Minute belohnt wurde. Es hat lediglich 15 Ecken (!!!) gebraucht und schon hatte der Club wieder mal ein Tor nach einer Standardsituation erzielt. Auf jeden Fall beendete der Kopfballtreffer von Georg Margreitter die lange Torflaute von fast vier Spielen. Dementsprechend erleichtert und euphorisch jubelten wir auf den Rängen über den Krampflöser.

Und sind wir mal ehrlich: Der Club war sehr nah dran am Sieg! Der Pfostenkracher von Möhwald und vorher seine Chance freistehend vor Darmstadts Keeper. Zudem hätte Zrelak einen Elfer bekommen müssen, da er im Strafraum kurz vorm Schuss weggerempelt wurde. Nicht zu vergessen eine Vielzahl von abgeblockten Schüssen. Es war zwar nicht alles Gold in dieser zweiten Halbzeit, aber die Wucht und Entschlossenheit haben mich überzeugt! Diese Leistung hat gezeigt, dass sich das Team nicht hängen lässt und die Moral intakt ist. Darauf sollten wir aufbauen!

Plötzlich sprang auch der Funke über von den Fans auf die Mannschaft und umgekehrt. Vergessen das ideenlos verkrampfte Anrennen in der ersten Hälfte. Die Stimmung nach der Pause hatte genau die Intensität, die es braucht, um die Mannschaft nach vorne zu treiben. Plötzlich war Emotion und Lautstärke in der gesamten Nordkurve. Also bitte künftig auch schon von Spielbeginn an – es wird sicherlich kein Nachteil für unser Team auf dem Rasen sein.

Noch in der Ergebniskrise

Letztendlich war es zwar nur ein Unentschieden gegen einen Abstiegskandidaten und der Club ist seit vier Spielen sieglos. Aber es war ein Punkt für die Moral! Klar hätte ein Dreier beim Blick auf die Tabelle richtig gut getan. Düsseldorf hat gewonnen und zieht mit sieben Punkten Vorsprung davon und Kiel verringert mit dem Sieg den Abstand auf nur noch zwei Punkte. Aber die 2. Liga ist eben kein Wunschkonzert.

Es ist im Endeffekt scheißegal gegen wen du deine Punkte holst. Auch wenn die Tabellenplatzierungen einem gerne suggerieren, dass es leichte Gegner gibt, die man doch locker aus dem Stadion schießen müsste. Es gibt sie schlichtweg nicht! So komisch es auch klingt: In dieser Saison schlägt jeder jeden. Es gibt keine Ausnahmemannschaft, die alle anderen dominiert. Nichtmal der enteilte Tabellenführer aus Düsseldorf. Die Tabelle ist wahnsinnig eng. Zwischen Platz 4 und Platz 16 liegen mickrige sieben Punkte. Alle scheinen fast gleich schlecht oder gleich gut zu sein. Entscheidend ist, welche Tagesform das Team auf den Rasen bringt. Ist diese überzeugend und kommt auch das nötige Quäntchen Glück dazu, gelingen auch wieder Siege. Dann ist auch die Ergebniskrise beim FCN rechtzeitig wieder beendet.

Wuchtig in den Endspurt

Es sind noch sieben Spiele. Nutzt die Länderspielpause für den nötigen Feinschliff. Vielleicht ist schon Anfang April unser Knipser Ishak wieder zurück, um mit altbekannter Wucht einen neuen Motivationsschub auszulösen. Noch steht der Club auf Platz 2 und hat das große Ziel selber in der Hand. Die Leistung in der zweiten Halbzeit stimmt mich zuversichtlich, dass es klappen kann. Glauben wir jetzt an unseren FCN und unterstützen ihn mit vollem Einsatz – denn die Legende muss zurück in Liga 1!

Zweifeln und Jammern können wir auch noch nach der Saison.

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