Ein Kommentar

Mittelmäßiges Schneckenrennen


31. März 2018 – 28. Spieltag:

Der Club holt nach einem Rückstand ein schmeichelhaftes 1:1 in Dresden. Erneut war die Offensive fast nicht vorhanden und die Leistung nur mittelmäßig. Ist der FCN überhaupt ein Aufstiegskandidat? Die Meinungen gehen auseinander.

Während der Länderspielpause wurde viel angekündigt von Trainer und Mannschaft. Der zusammengefasste Tenor der Aussagen lautete: „Wir werden uns zerreißen und holen einen Sieg in Dresden!“ Die Vorfreude war entsprechend – ausverkauftes Stadion und 3.000 Club-Fans auswärts mit dabei. Am Ende wurde es ein Unentschieden. Ein 1:1, bei dem der Club nach einem Rückstand noch den Ausgleich schaffte. Ein Ergebnis, mit dem ich nach dem Spielverlauf zufrieden bin. Zufrieden sein muss. Es ist für den FCN gegen starke Dresdner eher ein Punktgewinn gewesen, der für uns am Saisonende noch sehr wertvoll sein kann.

Hinten patzen und vorne harmlos

Erneut unzufrieden bin ich dagegen mit der Mannschaftsleistung! Es war überhaupt kein Fortschritt in der Offensive zu erkennen. Im Gegenteil. Es ist die gleiche Nichtoffensive, die uns seit dem Spiel gegen Bochum begleitet. Inzwischen ist der Altmeister seit fünf Partien nur noch ein Schatten vergangener Tage, was die Angriffsbemühungen angeht: Bochum, Fürth, Bielefeld, Darmstadt und Dresden. Mickrige zwei Tore und drei Punkte hat der Club gegen diese Gegner geschafft.

Auch das Spiel in Dresden hat es gezeigt: In der Abwehr steht der FCN zwar weitestgehend sicher, aber schenkt mit einem Blackout ein Gegentor her. Diesmal war es Keeper Bredlow, der am Ball vorbeiflog, so dass der Dresdner einfach einnicken könnte. Ein vermeidbarer Fehler, das kann Fabi deutlich besser. Und gleichzeitig hapert das Angriffsspiel und es gibt kaum eigene Torchancen. Schlimmer noch: Der Club versaut es sich oft selber in aussichtsreicher Position. Immer wieder werden gefährliche Konter schlampig ausgespielt. Der letzte Pass kommt entweder zu spät oder zu unpräzise und ist für den Gegner letztlich einfach zu entschärfen.

Salli der Chancentod

Und ich muss es leider sagen – Dreh- und Angelpunkt ist dabei immer wieder unser „Stürmer“ Edgar Salli. Er schafft es irgendwie fast immer, auf dem Platz die falsche Entscheidung zu treffen. Sollte er abspielen, dribbelt er sich in den Gegenspieler fest. Sollte er schießen, passt er nochmal ab oder haut über den Ball und vergibt kläglich. Man kann es leider echt drehen und wenden wie man will: Salli ist ein Chancentod! Das kann ich mir nicht mehr mit anschauen, welche Harmlosigkeit er versprüht.

Statt einem gefährlichen Stürmer, der eigentlich ein Spiel zu unseren Gunsten entscheiden soll, ist er ein Verhinderer, wenn auch wider Willen. Das ist teilweise grob fahrlässig, was er abliefert. Ich kann mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, dass sich daran noch etwas ändern wird. Sali hatte in den letzten zwei Spielzeiten so oft die Chance zu beweisen, was er kann. Viel kam dabei leider nicht heraus. Ich hoffe, Trainer Köllner korrigiert das endlich in den nächsten Matches und setzt Salli auf die Bank. Schlimmer kann das ein Tobias Werner wahrlich auch nicht machen!

Mittelmaß wird aufsteigen

Betrachtet man die Mannschaftsleistung der letzten sechs Wochen, dann muss man ehrlicherweise anerkennen, dass der Club nicht mehr wie ein Aufstiegskandidat spielt. Nicht nur die zwei Tore und drei Punkte sind zu wenig, sondern auch wie das Team aufgetreten ist und offensiv plötzlich keine Durchschlagskraft mehr besitzt. Das ist schon sehr dürftig momentan, auch wenn Wille und Engagement jederzeit erkennbar sind. Im Normalfall bist du jedoch aus dem Aufstiegsrennen, wenn du nur drei von 15 möglichen Punkten holst.

Aber das Absurde in dieser Saison ist die Tatsache, dass die anderen Vereine auch nicht besser sind. Sechs Spieltage vor Schluss steht der FCN mit 47 Punkten noch immer mit zwei Zählern Vorsprung vor Kiel auf einem Aufstiegsplatz. Der Vorsprung auf den Nicht-Relegationsplatz beträgt sogar sieben Punkte. Egal wer heuer mit Düsseldorf aufsteigt: Es wird eine mittelmäßige Mannschaft sein.

Aber genau das zeichnet heuer diese Zweitligasaison aus. Es ist die mittelmäßigste und ausgeglichenste Saison seit vielen Jahren. Und genau darin besteht die eigentlich schon einmalige Chance des FCN! Die letzten beiden Jahre waren Freiburg, Leipzig, Stuttgart und Hannover die überlegenen und verdienten Aufsteiger. Heuer dagegen kannst und wirst du mit einer mittelmäßigen Mannschaft aufsteigen.

Dann eben der Club!

Warum soll das nicht der Club sein? Machen wir uns nichts vor: Derzeit tritt der Club zwar nicht mehr wie ein souveräner Aufstiegskandidat auf, aber es reicht immer noch für den Aufstiegsplatz. Um mal ehrlich: Haben es etwa Kiel, Regensburg oder Ingolstadt mehr verdient, in diesem Jahr aufzusteigen? Ich finde NEIN!

Daher Schluss mit dem Weltuntergangsgelaber. Mir doch egal wie die Flaute im März ausgesehen hat, denn mit sechs erfolgreichen Spielen wird der Club aufsteigen.

Daher habe ich auch kein Verständnis für die zaudernden, defensiven Aussagen des Trainers Köllner auf nordbayern.de:

„Die Mannschaft habe alles dafür getan, damit es eine gute Saison wird. Jetzt gilt es, in den letzten sechs Wochen die Dinge vielleicht zu einem krönenden Ende zu führen. Ihr vorrangiges Ziel hätten sie ohnehin bereits erreicht. Wir wollten eine erfolgreiche, stabile Saison spielen, im Schlussspurt gilt es, die Kräfte nochmal zu bündeln. Eines darf nicht passieren. Man hat eine gute Position, in der guten Position verändert sich die Erwartungshaltung und wegen der veränderten Erwartungshaltung verlangt man der Mannschaft vielleicht Dinge ab, die keine Mannschaft leisten kann.“

Sorry Köllner: Der Club hat heuer die außergewöhnliche Chance auf den Direktaufstieg ohne den Umweg über die Relegation gehen zu müssen. Daher sollten alle im Verein, nicht nur weil Ostern ist, den Mut zu Eiern haben und aussprechen, was alle wissen: DER CLUB WILL AUFSTEIGEN!

Also nochmal zusammenreißen und mit Ishaks Hilfe die letzten sechs Endspiele mit Mumm und offensivem Tatendrang angehen. So groß wie heuer wird die Chance viele Jahre nicht mehr werden. Denn machen wir uns nix vor, aber nächste Saison kommen voraussichtlich mit Hamburg und Köln zwei Branchengrößen in Liga 2, die als Topfavoriten auf den sofortigen Wiederaufstieg gelten. Also gebt alles dafür und nutzt eure außergewöhnliche Chance in diesem Jahr. Der Ruhmreiche hat bis vor ein paar Wochen bewiesen, dass er es kann. Es sind also keine Wunderdinge, die wir von der Mannschaft erwarten! Zeigt im Schlussspurt, dass ihr starke Nerven habt. Bringt das Schneckenrennen zu einem erfolgreichen Ende – egal wie.

Wir Fans stehen hinter euch.

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Ein Kommentar zu “Mittelmäßiges Schneckenrennen

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