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Umkämpftes Aufstiegsrennen


15. April 2018 – 30. Spieltag:

Die Breite in der Spitze ist enger geworden, weil das Verfolgerfeld gewonnen hat. Zeitgleich verliert Tabellenführer Düsseldorf erneut und der Club holt zumindest einen Punkt trotz Rückstand. Die Lage im Aufstiegskampf spitzt sich zu.

Die Ergebnisse der Konkurrenz haben mich geärgert. Das Verfolgerfeld Bochum und Regensburg hat bereits am Freitag seine Siege eingefahren. Der drittplatzierte Kiel dann am Samstag einen Kantersieg mit 4:0 in Dresden gelandet. Damit schmolz der Vorsprung auf Kiel auf einen Punkt und der Club war gefordert im Auswärtsspiel beim Verfolger Ingolstadt. Siegen lautete daher die Devise!

Ersehntes Premierentor

Dort legte unser Team auch furios los und überrollte Ingolstadt in den Anfangsminuten. Schade nur, dass aus zwei Großchancen kein Führungstor resultierte und die Schanzer das Spiel zusehends in den Griff bekamen und spielbestimmend wurden. Trotzdem eine Partie auf Augenhöhe, bei dem sich beide Mannschaften immer wieder neutralisierten und im gegnerischen Abwehrverbund festliefen. Es gab zwar nicht viele Torchancen, aber rasant und spannend war es allemal.

Noch spannender wurde es, als sich in der 50. Minute unsere Abwehr slapstickreif gegenseitig umgrätschte und so der Ball zum Ingolstädter Spieler durchflipperte, der nur noch aus zehn Meter wuchtig einschießen musste. Der Club wieder mal im Rückstand! Bei einem Sieg hätte Ingolstadt den Tabellenrückstand auf sechs Punkte verkürzen können.

In der 63. Minute lief der übermotivierte Ex-Clubberer Kutschke alleine auf Keeper Bredlow zu, doch der konnte den Ball mit Glück, Geschick und Hinterteil über die Latte bugsieren. Bei einem 0:2 wär das Spiel gelaufen gewesen.

Doch stattdessen fightete sich der Club zurück ins Spiel. In der 71. Minute ging der ausgelaugte Ishak vom Platz, der sich erfolglos aufgerieben hatte. Für ihn kam Zrelak, der nur vier Minuten später endlich sein ersehntes Premierentor für den FCN erzielte: Ein Freistoß wurde von Ingolstadt zu kurz im Sechzehner abgewehrt, der Ball fällt Zrelak vor die Füße, der aus 13 Metern direkt die Kugel in den rechten Winkel hämmert! BÄM. Was für ein Ausgleichstor! Erleichterter Jubel bei Zrelak, der mit ausgestreckten Armen in Richtung Fankurve rannte, sich auf die Knie warf und das Ende seiner Durststrecke genoss. Mit ihm jubelten 4.000 Clubfans, die mit ihren Gesängen und Anfeuerungsrufen für eine überragende Stimmung sorgten.

Verlieren verboten

Der Altmeister drängte zwar motiviert auf den möglichen Siegtreffer, doch am Schluss blieb es beim leistungsgerechten 1:1. Auch wenn jeder mit einem Clubsieg gerechnet hatte, wunderte mich das Ergebnis nicht. Schließlich war es für Absteiger Ingolstadt eine große Chance, in einem direkten Duell Punkte gutzumachen und den Rückstand auf die Aufstiegsränge zu verkürzen. Doch daraus wurde glücklicherweise nichts – der Club hat vier Spieltage vor Saisonende neun Punkte auf die Schanzer.

Doch dafür beträgt der Vorsprung auf Kiel lediglich zwei Punkte. Dort bestreitet der Club nächsten Montag sein wohl wichtigstes Auswärtsspiel der Saison! Mit einem Sieg distanzieren wir Kiel auf fünf Punkte, mit einem Unentschieden halten wir zwei Zähler Vorsprung und bei einer Niederlage zieht Kiel an uns vorbei. Ein Sechs-Punkte-Spiel, das mir den Schweiß auf die Stirn treibt.

Klar sagt jeder: Wenn der FCN aufsteigen will, muss er solche Schlüsselspiele gewinnen. Das sehe ich prinzipiell genauso. Trotzdem bin ich skeptisch, weil meine Club-Historie seit 1986 mit Alles-Oder-Nichts-Spielen nicht nur gute Ergebnisse aufweist… Ich will jetzt auch nicht unken oder schwarzsehen, ich weiß lediglich, dass es gutgehen kann, aber nicht zwingend muss. Es ist halt der Club, der nicht automatisch jeden Gegner dominiert und vom Platz fegt, nur weil wir Fans uns das wünschen.

Auswärtsstärke untermauern

Auf jeden Fall wäre es der perfekte Zeitpunkt, dass der Ruhmreiche seinen Status als stärkstes Auswärtsteam der 2. Liga ausbaut. Der letzte Auswärtssieg datiert von Ende Januar bei Union Berlin, seitdem gab es eine Niederlage in Bielefeld, und vier Unentschieden gegen Pauli, Bochum, Dresden und Ingolstadt. Also holt euch den Auswärtsdreier in Kiel – es werden wieder 2.000 rot-schwarze Fans mitfahren, um euch zu unterstützen. Dieser Support ist einfach nur der WAHNSINN! Diese Fans haben die Bundesliga einfach verdient.

Ob das Team nachziehen kann, werden die nächsten Wochen zeigen. Düsseldorf, Nürnberg und Kiel – alle spielen noch gegeneinander und liefern sich aufreibende Sechs-Punkte-Spiele. Auf jeden Fall ist ein starkes Nervenkostüm gefragt – sowohl bei der Mannschaft als auch bei uns Fans. Baldrian hilf!

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