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Freibier statt Felge


13. Mai 2018 – 34. Spieltag:

Die Fans feierten enthusiastisch auf dem Stadionrasen und der Public-Viewing-Aufstiegsfeier. Auch wenn der Club das Gipfeltreffen gegen Düsseldorf mit 2:3 in der Nachspielzeit verlor und die Meisterfelge glücklich an die Fortuna ging. Doch dafür bleibt Trainer Köllner.

Auch wenn es glücklicherweise um nichts Entscheidendes mehr ging: Das letzte Saisonspiel so zu verlieren, ist natürlich überflüssig wie ein Kropf! 2:0 hatte der Ruhmreiche bereits nach zwölf Minuten geführt, doch drei sehenswerte Tore in die Gambel später hat die Fortuna das Spiel doch noch gedreht und sogar für sich entschieden. Ärgerlich, dass der Siegtreffer in der Nachspielzeit fiel und es direkt davor eigentlich einen Freistoß für den Club hätte geben müssen. Geschenkt! Die Fortuna gewinnt wie so oft im Saisonverlauf glücklich kurz vor Spielschluss und verdrängt den FCN doch noch von Platz eins. Zum Lohn gibt’s die hässliche Zweitliga-Meisterfelge, garniert mit der goldenen Ananas. Viel Spaß damit.

Es braucht sich aber kein Clubberer lang grämen: Letztendlich war der wichtige Aufstieg schon eine Woche zuvor klargemacht worden. Vor allem in den letzten drei Partien gegen Kiel, Braunschweig und Sandhausen hat der Club in den Alles-oder-Nichts-Spielen überzeugende Siege geliefert – ganz im Stile einer Spitzenmannschaft.

Daher war diese Niederlage lediglich etwas für Statistikfreaks und ein Spritzer dünnes Altbier, das in unseren fränkischen Jubeltrunk geschüttet wurde. Kurzum, es hat den Jubelfeiern also kaum geschadet. Sowohl vor, während als auch nach dem Spiel war die Stimmung ausgelassen und überragend. Eine riesige Choreo rundete die Party ab.

Stadionrasen geflutet

Schon kurz nach Spielschluss wurden die Stadiontore geöffnet, die rot-schwarze Fangemeinde strömte aufs Spielfeld und flutete den Innenraum des Achtecks. Erneut entlud sich das vier Jahre angestaute Warten auf den Aufstieg weitestgehend friedlich, abgesehen von einigen Leuchtraketen Richtung Fortuna-Fanblock, der seinerseits mit mehreren Böllerexplosionen antwortete. Überflüssig.

Auch hatten einige Spezialisten es sich zur Mission gemacht, dem Trainer mal ordentlich aufs Dach zu steigen: Sie kletterten aufs Dach der leeren Trainer- und Auswechselbank, die im Zuge der Hüpfeinlagen brach. Tja, der Klügere gibt eben doch nach …

Aber in Summe freuten sich rund 25.000 Clubfans auf dem Rasen, mit der Mannschaft ausgelassen den Aufstieg zu feiern. Was schon in der Vorwoche mit der spontanen Aufstiegsfeier am Valznerweiher begann, wurde einfach im Stadion-Innenraum fortgeführt. Mit klassischem Liedgut, das die Menge zum Brodeln brachte in Dauerschleife: „Nie mehr 2. Liga!“ und „Ohhh, der FCN steigt wieder auf!“ sowie zur Abwechslung „Die Legend lebt“ und „Europapokal“. Ein schönes Spektakel, das sich da abspielte.

Trainer Köllner bleibt

Zur Freude für die rot-schwarze Glückseligkeit hat auch Trainer Köllner seine Zweifel ad Acta gelegt. Noch vor Wochenfrist zeigte er sich bei den ersten Aufstiegsfeierlichkeiten sehr nachdenklich und beinahe lethargisch. Es war nix zu spüren von seiner fröhlichen und extrovertierten Art. Man hätte fast vermuten können, dass der Club abgestiegen sei. Doch anscheinend hat im Wochenverlauf genügend Überzeugungsarbeit durch sein Umfeld stattgefunden.

Köllner war stattdessen richtig in Feierlaune und sprühte nur so vor Vorfreude auf die Bundesliga, die er definitiv als Trainer des FCN bestreiten wird. Er trommelte und gab sich angriffslustig. Das sind erfreuliche Botschaften für die Partymeute – zum Dank gabs ne Bierdusche.

So wollen wir den Trainer Köllner sehen – als euphorisches Feierbiest!

Leitwolf Behrens

Auch wenn das ganze Team die Saison über einen klasse Job gemacht hat und jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten alles für den Aufstieg gegeben hat, möchte ich trotzdem einen Spieler hervorheben: Unseren Kapitän Hanno Behrens!

Was der geleistet hat, war einfach überragend. Er war mit 14 Treffern der beste Torschütze im Team. Aber davon unabhängig hat mir einfach imponiert, wie Behrens marschiert ist und als Leitwolf seine Mitspieler angeführt und angetrieben hat. Er ist immer mit positivem Beispiel vorangegangen, hat auch in kritischen Situationen stets klare und selbstkritische Worte gefunden Der Sunnyboy aus Elmshorn hat nie seinen Optimismus verloren und den Worten dann auf dem Platz auch die entsprechenden Taten folgen lassen. Der Club kann auf diesen Kapitän mächtig stolz sein. Ich glaube, ich habe vor der Saison mit der Beflockung meines neuen Trikots ein gutes Gespür bewiesen.

Prost auf den Aufstieg

Ja, es war eine lange Saison – viele Emotionen, viel Achterbahn, viele Tore, viele Siege, prächtige Stimmung. Dass sie dann mit dem erhofften, aber niemals vorher seriös erwartbaren Aufstieg 2018 endete, war das i-Tüpfelchen. Einige haben zwar gemeckert, dass es aber schon noch die Zweitliga-Meisterschaft hätte sein dürfen, damit es eine wirklich perfekte Saison gewesen wäre. Aber ich sage: Gut, dass es nicht so kam!

Denn wir alle wissen:

1968 Meisterschaft. 1969 Bundesliga-Abstieg.

2007 DFB-Pokalsieg. 2008 Bundesliga-Abstieg.

Man stelle sich vor, der Club hätte 2018 die Felge geholt! Um Gottes Willen, dann wäre ja 2019 der Club …

Denn der Club verkraftet doch keine Titel und kann damit nicht umgehen. Daher sind wir froh, dass der Kelch der Felge ans uns vorübergegangen ist und wir uns guten Mutes auf den Klassenerhalt 2019 konzentrieren können.

Doch bevor es soweit ist, trinken wir noch das eine oder andere Aufstiegsbier in der Sommerpause. Es wird ein herrlicher Sommer werden.

So macht der Aufstieg noch mehr Spaß: Gastautor und Clubberer Thorsten Winter aus Hessen (l.) überrascht mich nach der Partie mit Freibier.

 

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2 Kommentare zu “Freibier statt Felge

  1. […] Freibier statt Felge […]

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  2. Ein Rückblick aus einem Guss! Und zur Erinnerung: Vor Jahresfrist vergeigte der Glubb eine 2:0-Führung gegen Aufsteiger VfB Stuttgart und verlor 2:3, auch in der Nachspielzeit, wenn ich nicht irre. Die Niederlage war so unnötig wie die gegen die Fortuna. Aber auf dieses 2:3 folgte letztlich eine erfolgreiche Saison. Möge das ein gutes Omen für die nächste Spielzeit sein. Glubb auf!

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