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Schräge Torflut


7. Oktober 2018 – 7. Spieltag:

ALLMÄCHD! Die zweite Auswärtspackung am Stück. Diesmal gab es ein deftiges 0:6 beim Leipziger Dosenklub. Erneut eine schmerzhafte Lehrstunde, die vor allem auf eklatanten individuellen Fehlern basierte.

Eigentlich könnte ich fast identisch nochmal den Blogbeitrag zum Dortmund-Debakel verwenden. Leider viel zu viel ist auch beim Auswärtsspiel in Leipzig schiefgegangen. Erneut kam eine Klatsche raus, die man in dieser Größenordnung nicht erwarten durfte – auch wenn es eine Steigerung und „nur“ ein 0:6 war. Trotzdem gab es genügend Punkte, die einem als Club-Fan sauer aufstoßen.

Dass wir in Dortmund und Leipzig als krasser Außenseiter auflaufen und dort verlieren, überrascht zunächst niemanden. Aber wehren darf man sich schon! Vor allem, wenn großspurig beteuert wird, dass man aus dem Debakel in Dortmund gelernt habe. Ein Debakel, das gerade mal elf Tage zurückliegt. Aber die gezeigten Leistungen auf dem Platz lassen das genaue Gegenteil vermuten – nämlich dass die Mannschaft in der Spielvorbereitung mental komplett auf Durchzug geschaltet hat.

Groteske Fehlerketten

Nach einer guten halben Stunde liegst du 0:4 zurück. Nur waren in dieser Partie teilweise groteske individuelle Fehlerketten daran schuld, die jeden Gegner dieser Welt aufbauen würden. Die Leipziger Spieler mit ihrer individuellen Klasse haben diese Fehler dankend und clever ausgenutzt.

Nach einer Stunde steht es schon 0:6 und du fragst dich, ob es diesmal wohl zweistellig wird? Schon krass, wie desolat sich der Club präsentiert hat. Ein schwacher Trost, dass Keeper Bredlow wenigstens ein Erfolgserlebnis verbuchen konnte und einen Elfer gehalten hat. Denn ansonsten war er leider ein Totalausfall und irgendwie an fast allen Gegentoren mitbeteiligt. Aber ein Totalausfall war eigentlich die komplette Abwehr, die nie in den Verteidigungs- und Zweikampfmodus reingefunden hat. Echt schräg, was sich rund um das Club-Tor abgespielt hat.

Und wer den Leipzigern dann solche Räume zum Kontern auf dem Silbertablett serviert, der braucht sich nicht über eine Gegentorflut wundern. Aber anscheinend hat sich noch nicht bis an den Valznerweiher rumgesprochen, dass Leipzig mit die schnellsten Konterstürmer der Liga besitzt.

Der Altmeister kann letztlich froh sein, dass Leipzig sein Trainingsspielchen locker hat ausklingen lassen. Aber auch so konnten sie ihr Torverhältnis ordentlich aufbessern und haben sich mit dem Kantersieg auf den zweiten Tabellenplatz geballert. Unser Torverhältnis ist dagegen noch ruiniert.

Nur Sparringspartner und Punktelieferant?

Eine der wichtigsten Fragen ist, wie das Team diese erneute Schlappe wird wegstecken können? Gelingt erneut ein überzeugender Befreiungsschlag wie gegen Düsseldorf oder droht eine Abwärtsspirale?

Bisher hat der Club seine Heimspiele gegen Mainz, Hannover und Düsseldorf mit sieben Punkten richtig erfolgreich bestritten. Glücklicherweise stehen jetzt zwei Heimspiele hintereinander auf dem Spielplan. Aber was passiert, wenn diese Serie nicht immer so erfolgreich weitergeht? Hoffenheim und Frankfurt sind vom Potenzial ihres Kaders deutlich stärker einzuschätzen als unsere bisherigen Heimgegner. Also wären per se auch Heimniederlagen nicht die allergrößte Überraschung…

Dann wäre es wichtig, dass sich der Club auch auswärts wieder konkurrenzfähig präsentiert, so wie in Berlin oder Bremen. Denn sonst sind wir auf Dauer nur Sparringspartner und Punktelieferant – was der Mannschaft bewiesenermaßen nicht gerecht wird, weil sie eigentlich mehr kann!

Abstand gewinnen und analysieren

Ob die zweiwöchige Länderspielpause nun gelegen oder ungelegen kommt, wird sich zeigen. Klar, es ist ätzend mit einem 0:6-Frusterlebnis in die Ligazwangspause zu gehen und die Scharte nicht postwendend auswetzen zu können. Aber so bleibt wenigstens mehr Zeit für Abstand und Fehleranalyse, um daraus die richtigen Schlüsse ziehen und auch wirklich etwas lernen zu können.

Denn manche Fehler sollte man nicht zu oft wiederholen: Sonst schwindet irgendwann das Vertrauen in die eigenen Stärken und aus dem bisher charakterstaken Kollektiv wird letztlich ein demoralisierter Hühnerhaufen. Zumindest die Grundtugenden müssen vorhanden sein. Ohne KÄMPFEN wird es nicht gehen, denn nur versuchen, schön zu spielen, reicht definitiv nicht aus.

Rot-schwarze Partycrusher

Noch ein kleiner Schwank am Rande: Dass mir der Club an meinem Geburtstag selten eine Freude bereitet, damit habe ich mich in den letzten Jahrzehnten schon abgefunden. Aber eine dermaßen herbe Packung gab es bisher auch noch nie 😦

Als amüsanter Nebeneffekt noch ein kleines Rechenspiel: Multipliziert man die FCN-Gegentore der letzten beiden Auswärtsspiele miteinander, so ergibt sich mein neues Lebensalter. Klasse, oder? Ach Club, das wäre doch nicht nötig gewesen. Du weißt eben, wie man Präsente verteilt …

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