Ein Kommentar

Treu in den Wahnsinn


20. Oktober 2018 – 8. Spieltag:

Der Club kassiert die erste Heimniederlage. Auch die vielen Paraden unseres neuen Keepers Mathenia konnten das verdiente 1:3 gegen Hoffenheim nicht verhindern. Zudem droht ein längerer Ausfall von Stürmer Ishak wegen einer Innenbandzerrung im Knie.

Das rot-schwarze Abwehrbollwerk hielt nur eine Halbzeit lang. Danach fand Hoffenheim die Lücken und nutzte drei seiner vielen Chancen zu den spielentscheidenden Toren. Es war am Ende eine 1:3 Heimneiderlage, die aufgrund der Hoffenheimer Überlegenheit in Ordnung geht. Auch wenn es eigentlich prima für den Altmeister losging.

Elfer ist Chefsache

Die ersten 20 Minuten der Partie hat der Club dominiert: Gallig in den Zweikämpfen, eng beim Gegenspieler und engagiert im Vorwärtsspiel – die Kraichgauer schienen überrascht und überrumpelt zugleich. Der Lohn war die FCN-Führung, auch wenn es nur ein Elfmeter war. Ein langer Befreiungsschlag von Keeper Mathenia erreicht Stürmer Misidjan, der im Sechzehner umgegrätscht wird. Den fälligen Strafstoß verwandelt Kapitän Behrens souverän rechts unten zum 1:0. Leider der Anfang vom Ende.

Mathenia mit tollem Debüt

Denn das Gegentor weckte den Kampfgeist des Champions League Teilnehmers Hoffenheim. Die übernahmen fortan das Spielgeschehen und kombinierten flüssig. Der Club igelte sich notgedrungen in der eigenen Hälfte ein, stand sehr tief und verteidigte tapfer. Hoffenheim feuerte Schuss um Schuss auf unseren Kasten und forderte Mathenia, der Bredlow nach dessen durchwachsener Leistung gegen Leipzig ersetzte, zu anspruchsvollen Paraden heraus. Mathenia hielt in der ersten Halbzeit überragend seine Kiste sauber und lieferte ein tadelloses Pflichtspieldebüt für den Ruhmreichen. Er bekam zwölf Schüsse aufs Tor, neun davon hielt er. Seine Fangquote von 75% lag deutlich über den 47% von Fabian Bredlow.

Doch leider verließ den FCN nach der Pause das Schlachtenglück. Plötzlich stellte Hoffenheim seine Ungenauigkeiten ab und zeigte sich hocheffizient: Innerhalb einer guten Viertelstunde fanden sie dreimal die Löcher in der Nürnberger Abwehr und netzten abgezockt ein. Das Heimspiel war ab der 67. Minute verloren. Auch wenn sich der Club wehrte und bemühte, den Anschlusstreffer zu erzielen, viel war leider nicht mehr zu holen. Hoffenheim ließ Ball und Gegner laufen und brachte die Partie souverän über die Zeit.

Das Fazit von Club-Torwart Christian Mathenia:

„Es war ein sehr intensives Spiel. Ich glaube, heute ist bei allen der Tank leer. Insgesamt war es schwer für uns, Hoffenheim kam oft zum Abschluss. Aber wir haben es vor allem in der ersten Halbzeit gut gemacht. Schade, dass wir uns dafür am Ende nicht belohnen konnten. Es freut mich natürlich, dass ich heute zum ersten Mal spielen durfte und mich auch einige Male auszeichnen konnte. Aber das hätte ich natürlich gerne gegen drei Punkte eingetauscht.“

Sorgen um Ishak

Irgendwie schon komisch, dass der FCN überhaupt nicht mehr ins Spiel fand. Vielleicht hing es aber auch mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Sturmtank Ishak kurz vor dem Seitenwechsel zusammen. Jeder im Stadion hoffte, dass sich die Kniebeschwerden nicht als schwerwiegende Verletzung herausstellen – zu wichtig ist die wuchtige Präsenz unseres schwedischen Stoßstürmers für die Mannschaft.

Inzwischen hat der FCN via Twitter bekanntgegeben:

„Unser Stürmer Mikael #Ishak hat sich am Samstag in der Partie #fcntsg eine Zerrung des Innenbands im linken Knie zugezogen. Wann er wieder ins Training einsteigen wird, ist offen.“

Wahnsinn (noch) unbegründet

Das sind leider keine guten Nachrichten! So bekommt die erste Niederlage dieser Bundesligasaison im Max-Morlock-Stadion doch noch einen richtig bitteren Beigeschmack. Aber trotzdem noch kein Grund zum Trübsal blasen oder gar für verfrühten Wahnsinn.

Verfahren wir stattdessen getreu dem Motto der Nordkurven-Choreo: „Auch wenn du mich in den WAHNSINN treibst, steh ich immer TREU zu dir!“

Doch trotz aller Treue sind nach diesem Wochenende die Sorgenfalten wieder größer geworden. Der Club ist zwar nach den drei Gegentoren nicht zerfallen und wurde auseinander genommen – doch richtig stabil steht er hinten nach wie vor nicht. Auch in der Offensive fehlten Durchschlagskraft und kreative Impulse. Es war letztlich eine verdiente Niederlage gegen einen überlegenen Gegner. Ein kleiner Lichtblick waren die Rückkehrer Ewerton und Kerk, die nach ihren langen Verletzungspausen die Mannschaft bestimmt wieder verstärken werden. Hoffentlich…

Aber jetzt kommt erstmal die Frankfurter Eintracht ins Achteck. Ich bin schon gespannt auf die zündenden Ideen. Es verspricht, ein heißer Herbst zu werden.

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