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Happy Clubboween


31. Oktober 2018 – 2. Runde DFB-Pokal:

Süßes oder Saures? War klar, dass der Club an Halloween seinen Fans im Pokalspiel beides bot. Garniert mit Gruselfaktor und Nervenkitzel. Am Schluss überwog grenzenlose Freude nach dem Showdown im Elfmeterschießen.

Es war ein typischer Pokalabend: Ein furios kämpfender Underdog, ein strauchelnder Erstligist, emotionale Achterbahnfahrten, einige Comebacks und ein Showdown im Elfmeterschießen. Das einzige untypische war, dass der Club am Schluss weiterkam. Allerdings hat sich der Ruhmreiche nach Kräften bemüht, es sich schwerer als nötig zu machen.

Slapstickreife Fehlerkette

Dass die zweite Pokalrunde in Rostock eine richtig schwere Aufgabe werden würde, war jedem beim FCN bewusst. Der Drittligist hatte in der ersten Runde bereits den VfB Stuttgart ausgeschaltet und hat auch in der Liga einen erfolgreichen Lauf. Zudem gehören Gastspiele bei der Hansa Kogge nicht zum bevorzugten Ziel der Clubberer – zu oft ist man dort schon Baden gegangen.

Genau so sah es auch bis zur 90 Minute aus. Man lag 0:1 zurück. Und das wahrscheinlich entscheidende Gegentor aus der 34. Minute war Slapstick pur: Eine zu kurze Kopfballrückgabe von Robert Bauer genau in den Lauf des Rostocker Spielers, der rennt alleine auf Keeper Mathenia zu und passt schlampig quer in die Mitte, dort stolpert Simon Rhein der Kullerball durch die Beine und der mitgelaufene Rostocker schiebt die Kugel ins leere Tor. Solche Fehlerketten sind einfach nur gruselig – nicht nur an Halloween. Es wäre also ein glubbeskes Ausscheiden gewesen.

Auch wenn sich der Club mit aller Macht dagegengestemmt und die letzten 30 Minuten den Gegner komplett beherrscht hat, dauerte es bis zur 90. Minute. Als ich schon nicht mehr damit gerechnet hatte und Stoßgebete gemurmelt habe „Lass es uns so machen wie Frankfurt am Sonntag“, hat uns der eingewechselte Szrelak mit dem Ausgleich in letzter Minute erlöst. Verlängerung.

Comebacks für alle

Doch die Rostocker haben diesen Schock verdaut und schossen in der Verlängerung das Tor des Monats: Ein Freistoß aus knapp 25 Metern wurde über die Mauer geschlenzt und schlug im linken oberen Torwinkel ein. Was für ein Gerät und der Club lag in der 95. Minute wieder zurück! Doch erneut zeigte der Ruhmreiche nicht nur Nehmer-, sondern auch Comebackqualitäten.

In der 103. Minute passt Leibold nach einem gekonnten Dribbling in den Strafraum zu Palacios. Der schlägt einen Haken in die Mitte, lässt so seinen Gegenspieler ins Leere laufen und hämmert das Leder aus gut zwölf Metern unter die Latte. JAAAA, der FCN hat wieder ausgeglichen!!! Was für eine geile Moral in dieser Truppe. Beide Teams waren nun am Limit und haben nicht mehr viel zugelassen. Also Elfmeterschießen.

Souveräne Schützen und Mathenia

Und in diesem Elfmeterschießen war zum ersten Mal ein Klassenunterschied erkennbar. Während die rot-schwarzen Schützen Behrens, Margreitter, Mühl und Leibold eiskalt und souverän verwandelten, zeigten die Rostocker Nerven: Einen Elfer links unten hielt Mathenia klasse und einen Schuss jagten sie über die Latte in den Rostocker Nachthimmel. Damit war das Elfmeterschießen gelaufen – der Club hat es mit 4:2 für sich entschieden. Die Mannschaft war erleichtert und formierte sich happy zur Jubeltraube.

Puh. Durchatmen. Das war das erwartet harte Stück Arbeit an der Ostsee. Auch wenn sich der Drittligist bravourös gewehrt hat und den Club am Rande der Niederlage hatte, am Schluss hat der Altmeister die Partie zwar glücklich, aber doch verdient für sich entschieden. Alle statistischen Spieldaten sprechen für den FCN. Somit zieht der Club ins Achtelfinale ein und es war doch noch ein Happy Halloween – garniert mit Gruselfaktor und Nervenkitzel. Eben typisch Club.

Wermutstropfen Fanausschreitungen (ergänzt am 2. November)

Anscheinend ein ganz anderes Ziel und nur Lust auf Saures hatte ein Teil der „Fans“ beider Vereine:

Unbekannte hatten in der Nacht auf Mittwoch die Heckscheibe des FCN-Mannschaftsbusses eingeschlagen. Dieser war vor einem Hotel außerhalb des Zentrums abgestellt gewesen, in dem die Mannschaft übernachtete.

Bereits Stunden vor Spielbeginn gegen 11 Uhr war es in der Hansestadt zu Ausschreitungen gekommen, bei der Rostocker Anhänger einige Club-Fans attackierten. Zivil eingesetzte Polizeibeamte schritten ein – dabei kam es auch zur Abgabe eines Warnschusses, bei dem niemand verletzt wurde.

Kurze Zeit später trafen etwa 330 Fans aus Nürnberg, die mit sechs Bussen angereist waren, im Bereich der Werftstraße auf circa 50 Hansa-Anhänger. Es kam zu einer gewalttätigen und unkontrollierten Auseinandersetzung. Sowohl die Heim- als auch die Gästefans reagierten höchst aggressiv auf das Einschreiten der eingesetzten Polizeikräfte.

Mehr Informationen zu den Vorfällen rund um das Pokalspiel könnt ihr bei nordbayern.de in zwei Artikeln nachlesen:

Nach Randale bei Club-Spiel in Rostock: Polizei zieht Bilanz

Rostock: Ausschreitungen zwischen Club- und Hansa-Fans

Ein hässlicher Schatten, der auf den ansonsten sehr stimmungsvollen Pokalabend von einigen Wenigen projeziert wurde. Sowas braucht kein Mensch!

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