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Unter Wert verkauft


10. November 2018 – 11. Spieltag:

Ein mehr als gebrauchter Spieltag: Der Club verliert verdient den Südschlager gegen den Tabellenletzten Stuttgart. Da alle Teams hinter dem FCN gewonnen haben, ist der Abstiegskampf auch tabellarisch in der Noris angekommen. Zwei mickrige Punkte aus fünf Spielen sind einfach zu wenig.

Es war leider nicht der erhoffte Südschlager. In den letzten Jahrzehnten gab es häufig rassige Duelle mit viel Drama, Chancen, Toren und Tamtam – ich erwähne exemplarisch mal die Saison 2007. Doch an diesem herbstlich milden Samstagnachmittag war nur der VfB in Normalform. Der Club hat sich lediglich gewehrt, mehr war nicht drin.

Choreo und volles Haus

Daher sind die Highlights aus Sicht des Ruhmreichen sehr dünn gesät:

Für mich war es die fahnenreiche Choreo in der Nordkurve

sowie endlich wieder ein mit 50.000 Zuschauern ausverkauftes Haus.

Nicht zu vergessen die einzige richtige Torchance in der 72. Minute, bei der eine ernstzunehmende Torgefahr für das VfB-Tor entstand. Doch der Nachschuss wurde abgeblockt – zum Lohn gab es den ersten Eckball für den Club. Das wars auch schon. Ziemlich dünn.

Brachial eingenetzt

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schwaben schon sechs oder sieben Ecken auf dem Konto, eine davon nutzten sie zur 1:0-Führung in der 68. Minute. Nach einem weiteren VfB-Eckstoß (ich glaube es war Ecke Nummer neun) landete die Faustabwehr von Mathenia genau vor den Füßen des eingewechselten Stuttgarters Thommy. Der hämmert die Kugel aus rund 16 Metern brachial in die rechte Gambel. Was für ein Geschoss in der 82. Minute. Damit war der Altmeister erledigt.

Der Rest war rot-weiße Party der 10.000 mitgereisten Schwaben in der Südkurve. Bei den Club-Fans im Max-Morlock-Stadion dagegen hingen die Mundwinkel nach unten und die Gesichter wurden von Minute zu Minute immer länger. Was für eine Ernüchterung! Vor allem, weil sich der Ruhmreiche deutlich unter Wert verkauft hat und es verpasst hat, das volle Stadion als Ansporn zu nutzen. Doch bei der verhaltenen Leistung sprang der Funke leider nie über!

Aufbaugegner FCN

Der Club hat am Samstag ein wichtiges Abstiegsduell verloren – leider völlig verdient. Wenn du als Tabellenfünfzehnter gegen den Tabellenletzten ein Heimspiel hast, rechnest du dir schon was aus. Vor allem, weil bei den Schwaben in den letzten Wochen überhaupt nix zusammenlief: Drei Niederlagen am Stück, ohne ein einziges Tor geschossen zu haben, sind nicht unbedingt ein Empfehlungsschreiben. Doch für den FCN hat es gereicht.

Stuttgart hat den Club zwar nicht überrannt und an die Wand gespielt, hat aber das Spiel kontrolliert und alles im Griff gehabt. Auch wenn es ein 0:0 hätte werden können, war der VfB am Ende genau diese zwei Tore besser. Irgendwie typisch, dass der FCN wieder mal als Aufbaugegner fungiert hat. Wobei ich die Schwaben aufgrund ihres starken Kaders sowieso nicht im Tabellenkeller sehe. Ihnen traue ich am Saisonende einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle zu, trotz des katastrophalen Starts in diese Spielzeit.

Aber genau aus diesem Grund hatte ich mir erhofft, dass der Club wenigstens dieses Momentum für sich nutzen und drei wichtige Punkte holen kann. Gemäß dem Motto: „The trend is your friend!”

Punkten gegen den Negativtrend

Stattdessen wurde eine große Chance vertan. Im Gegenteil: Die Konkurrenz aus Düsseldorf, Hannover und Mainz hat ebenfalls gewonnen. Somit hängt der Club jetzt endgültig mit zehn Zählern im Tabellenkeller fest. Aus den letzten fünf Ligaspielen wurden mickrige zwei Pünktchen eingefahren – und das bei drei Heimspielen! Der Ruhmreiche hat von der letzten Länderspielpause Ende September bis zur jetzt anstehenden nicht mehr gewonnen. Ein sehr unerfreulicher Trend.

Auch der Blick voraus verheißt nichts Gutes. Als die nächsten drei Gegner haben wir Schalke, Leverkusen und Bayern vor der Brust. Ich habe jetzt zwar keinen Grund, schon den Abstieg inklusive Weltuntergang zu verkünden, aber die Sorgenfalten werden zusehends größer. Ich denke jedoch – und da sind wir uns bestimmt alle einige – dass der Club bis zur Winterpause noch einige Punkte holen sollte, um nicht komplett mit dem Rücken zur Wand die Rückrunde bestreiten zu müssen.

Wir alle haben gewusst, dass das einzig realistische Ziel für den FCN nur „Klassenerhalt 2019“ lauten kann. Noch stehen wir auf Platz 15 – dem magischen Platz über dem Strich. Damit es dabei bleibt, muss das Team seine Leistung jedoch deutlich steigern und endlich zu mehr Konstanz finden. Aufgeben gilt nicht, ein bisschen Zweifeln und Bangemachen allerdings schon. Es ist halt der Club.

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Ein Kommentar zu “Unter Wert verkauft

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