Ein Kommentar

Freundschaftsdienste


24. November 2018 – 12. Spieltag:

Der Club ist ein gern gesehener Gast. Bei unseren Ruhrpott-Kumpels auf Schalke sowieso. Wie es sich gehört, haben wir wie gewohnt die Punkte dagelassen und mit dem 2:5 auch was fürs Tor-Konto getan. Der Unterhaltungswert unserer Auswärtsauftritte bleibt hoch, dagegen die Punkteausbeute sehr niedrig. Auch wenn die Moral nach wie vor stimmt.

Es war das erhofft stimmungsvolle Aufeinandertreffen der beiden Altmeister auf Schalke, auf das wir nach dem Club-Abstieg an gleicher Stätte viereinhalb Jahre warten mussten. Zum Wiedersehen gabs eine gemeinsame Choreografie in der ausverkauften Arena, die sich über das gesamte Stadion erstreckte:

In Schalkes-Nordkurve wurde mit Papptafeln und Fahnen ein riesiges FCN-Logo präsentiert, in der gegenüberliegenden Kurve prangte das S04-Emblem. Über die Gegengerade erstreckte sich ein Banner mit der Aufschrift „Tradition ist nicht Asche bewahren, sondern die Weitergabe des Feuers“.

Bildnachweis: Homepage http://www.fcn.de

Gastgeschenke im Überfluss

WOW. Großes Kino und einfach nur überragend. Was für ein würdiger und außergewöhnlicher Rahmen – die Fanfreundschaft lebt! Der Gastgeber spendierte die Choreo, die nach Auskunft der Ultras circa 22.000 Euro gekostet und sich durch Spenden finanziert hat. Als gute Gäste haben wir dafür einige Tore auf dem Silbertablett serviert. Insgesamt zwei löchrige Abwehrreihen, 15 teils hochkarätige Chancen und sieben Tore sorgten für Spannung und kurzweilige Unterhaltung. Das Duell zwischen Vizemeister und Aufsteiger war das Eintrittsgeld wert.

Schade nur, dass sich der Club immer wieder fast im Alleingang schlägt! Zwei haarsträubende individuelle Aussetzer und Patzer, die zu zwei geschenkten Gegentoren innerhalb weniger Minuten führten: Erst stürmt Mathenia aus seinem Kasten und senst mit voller Wuchte am Ball vorbei, so dass der Schalker Skrzybski nur noch ins leer Tor einschieben muss. Kurz danach führt Margreitter seinen Zweikampf zu halbherzig, so dass der Ball durchrutschen kann und Schalkes Harit am langen Eck nur noch den Fuß hinhalten muss. So liegst du auswärts nach einer halben Stunde wieder einmal 0:2 zurück, obwohl du bis dahin nicht schlecht mitgespielt hast.

Im Gegenteil: Direkt vor dem 0:1 hat Behrens freistehend die Chance zur Club-Führung, doch er schießt aus 14 Metern knapp am langen Eck vorbei. Typisch Künstlerpech, denn im direkten Gegenzug patzt dann Mathenia, der sich dabei auch noch am Knie verletzt hat und bis zur Winterpause ausfällt. Auch die Verletzungssorgen bleiben uns also erhalten. Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu!

Täglich grüßt die Fehlerkette

Es ist also leider wieder das gleiche Muster gewesen, das sich in dieser Saison schon viel zu häufig abgespielt hat. Der FCN ist zu unerfahren und stellt sich zu naiv an. Die rot-schwarzen Fehlerketten wiederholen sich und werden fast wie immer gnadenlos bestraft.

Trotz allem hat sich das Team nicht unterkriegen lassen und erneut Moral bewiesen. Respekt für den Fight auf Augenhöhe. Selbst mit einem Mann weniger nach Bauers gelb-roter Karte war das Spiel mit 2:3 noch lange nicht entschieden. Erst die späten Treffer in der 84. und 93. Minute besiegelten die nächste Auswärtsniederlage – ein Ergebnis mit fünf Gegentoren, das sich nach Klatsche anhört, aber keine war. Nicht zu vergleichen mit Dortmund oder Leipzig.

Doch auch nach dem sechsten Auswärtsspiel muss der Club auf seinen ersten Dreier warten und rangiert in der Auswärtstabelle somit folgerichtig auf dem letzten Platz.

Aufbaugegner können wir

Auch wenn der Sieg der Königsblauen verdient war, fiel er letztlich um zwei Tore zu hoch aus. Dass Burgi den wichtigen Treffer zum 3:1 erzielte, war fast zu erwarten. Toll fand ich, dass er nur sehr verhalten bis gar nicht gejubelt hat. Eine schöne Geste der Wertschätzung für seinen alten Verein. Schalke hatte bis dato nur acht Tore in der Liga geschossen, jetzt kommen alleine fünf in einem Spiel dazu. Doch der Club baut nicht nur gute Freunde gerne wieder auf.

Auch den armen Bayern helfen wir in knapp zwei Wochen bestimmt selbstlos aus der Krise: Vier Heimspiele in Serie sind die Bayern in der Liga sieglos – ein absoluter Negativ-Vereinsrekord für die erfolgsverwöhnten Münchner. Geradezu lächerlich und clubesk, wie die in den letzten Minuten und der Nachspielzeit stümperhaft ihren Vorsprung gegen Abstiegskandidaten verkacken und nur Unentschieden gegen Augsburg, Freiburg und Düsseldorf gespielt haben. Diese absolut überraschenden Punktgewinne der Konkurrenz werden dem Club bestimmt noch richtig weh tun. Und jetzt spiele ich mal den griesgrämigen Propheten: Noch so eine Blöße werden sich die Bayern daheim nicht leisten und im Derby am 15. Dezember ihre Negativserie beenden und uns mit einer ordentlichen Packung heimschicken. Alles andere würde mich dann doch überraschen. Aufbaugegner – das können wir!

Punkten bis zur Pause

Der Club muss bis zur Winterpause dringend noch punkten, damit die Rückrunde nicht ein total aussichtsloses Unterfangen wird. Aber dazu müssen wir endlich mal die Fehler abstellen und endlich mal solide verteidigen. Endlich mal hinten zu NULL, aber das ist anscheinend nicht machbar.

Die nächste Partie gegen Bayer Leverkusen ist glücklicherweise ein Montagsspiel, da hat der Ruhmreiche ganz klare Vorteile, da wir an diesem Wochentag schon sehr oft spielen mussten. Bald wohl auch wieder regelmäßiger, wenn es mit den Ergebnissen so weitergeht.

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Ein Kommentar zu “Freundschaftsdienste

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