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Swimming in the Rain


3. Dezember 2018 – 13. Spieltag:

Der 1. Wasserball Club Nürnberg hat sich in der montagabendlichen Wasserschlacht tapfer behauptet. Beinahe wäre es noch der Freischwimmer geworden, doch zumindest glückte mit dem 1:1 das Seepferdchen.

Ich habe in den letzten 32 Jahren schon unzählig viele Heimspiele besucht. Auch montags. Aber diese Partie bot nochmal ein unvergessliches Sammelsurium an Absurditäten.

Dass der Club das erste von fünf Montagsspielen in dieser Saison aufgebrummt bekommen würde, war mir fast klar. Dem ligaweiten Protest der organisierten Fanszenen gegen die fanunfreundlichen Anstoßzeiten schlossen sich auch die Ultras Nürnberg an. Doch im Gegensatz zu den anderen Stadien, in denen in der ersten Halbzeit ein Stimmungsboykott stattfand, gingen die Ultras noch einen Schritt weiter: Sie ließen die Blöcke 7, 9 und 11 eine Halbzeit lang leer stehen.

„Wir sind nicht aufgestiegen, um wieder montags zu spielen!“ prangte auf einem riesigen Banner, das sich über die drei leeren Blöcke erstreckte. Doch genau das war DFB und DFL ziemlich egal – und schon muss der Club wieder am Montagabend ran!

Fangerechte Anstoßzeiten? Das kümmert anscheined nur die Fans, nicht aber den Verband. Wir Fans sind eben doch nur eine Randgruppe.

Drainage des Grauens

Doch damit nicht genug des Frohsinns. Der Wettergott hat perfekt getimt die Schleusen geöffnet. Hat es in den letzten Monaten wenig bis gar nicht geregnet, wollte es an diesem Montag gar nicht mehr aufhören. Durchgängig goss es wie aus Kübeln – 90 Liter Niederschlag pro Quadratmeter hat der Wetterdienst ermittelt. Eine Wassermenge, die es sonst in mehreren Monaten regnet. Dementsprechend trocken bin ich auch vom Messeparkplatz zum Achteck gelangt. So muss sich ein nasser Ratz fühlen. 32.500 anderen Wasserratten erging es bestimmt ähnlich.

Schlimmer noch hat es den sattgrünen Rasen des Max-Morlock-Stadions erwischt, denn irgendwann macht auch die beste Drainage schlapp: Überall standen großflächige Wasserlachen, welche den Ball fast magnetisch anzogen und festhielten. Ein geordnetes Fußballspielen eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Was wäre das für eine Ironie des Schicksals gewesen, wenn dieses geliebte Montagsspiel wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden wäre. Aber diesen Gefallen hat uns das Schiedsrichtergespann nicht getan und die Partei pünktlich angepfiffen. Das war die erste Fehlentscheidung der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, viele andere sollten an diesem Abend noch folgen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Aber passenderweise habe ich bereits vor vier Jahren einen Blogbeitrag dazu veröffentlicht, der sich dem Thema widmet – „Bibiana nach Bibione“ lautete der Titel. Durchaus lesenswert.

Fußball meets Wasserball

Ach ja, Fußball gespielt wurde auch noch. Wobei, es glich eher einer Wasserballschlacht. Auch wenn beide Teams mit den gleichen irregulären Platzverhältnissen zurechtkommen mussten, wäre der Altmeister fast abgesoffen. Leverkusens Pillendreher schnürten den Club in seiner eigenen Hälfte ein. Die Abwehr schwamm wieder einmal gewaltig, was nicht nur am Regen lag. Der Club wehrte sich zwar nach Kräften, aber die unzähligen Unzulänglichkeiten in der Defensive sorgten für den gewohnten Spielablauf: Gegentor und du hechelst wieder einem Rückstand hinterher. Mit viel Glück und Einsatz ging es nur mit 0:1 in die Halbzeit. Und der Regen pisste weiter vom Himmel.

Doch nach der Pause zeigte der FCN sein anderes Gesicht und es lief deutlich besser. Weniger grobe Schnitzer und immer wieder Attacke. Nicht unverdient glückte der Ausgleich durch einen abgefälschten Schuss nach circa einer Stunde.

Auch wenn es fußballerisch natürlich kein Leckerbissen war, war es ein geiles Kampfspiel! Der Ruhmreiche hat gegrätscht, gebissen und gekratzt. Sich gewehrt und letztlich behauptet. Ein in Summe verdienter 1:1 Endstand. Ein Punkt, der dem FCN richtig gut tut. Seepferdchen bestanden. In der zweiten Halbzeit hätte es fast noch zum Freischwimmer gereicht.

Derby im Schlauchboot

Auf jeden Fall sorgt der Punktgewinn dafür, dass der Club wieder auf den rettenden 15 Tabellenplatz schwimmen und auch Selbstvertrauen tanken konnte. Jetzt geht es zum Derby in die geliebte Landeshauptstadt. Dort steht ein riesiges Schlauchboot.

Bin mal gespannt, ob der Ruhmreiche die Luft aus dem Schlauchboot lässt und seinen Freischwimmer im Derby macht. Ordentlich geübt haben wir schon mal am Montagabend. Und am Samstag soll es wieder mächtig Regen geben …

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Ein Kommentar zu “Swimming in the Rain

  1. […] Swimming in the Rain […]

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