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Fehlende Automatismen


14. Dezember 2018 – 15. Spieltag:

Das war dann die dritte Heimniederlage. Der Club verliert ein Spiel, das er nicht hätte verlieren müssen. Aber Wolfsburg hat sich in zwei entscheidenden Situationen clever und kaltschnäuzig verhalten. Somit rutscht der FCN zum Auftakt der englischen Woche erstmalig auf den Abstiegsplatz.

Das rot-schwarze Abwehrbollwerk hielt nur eine knappe Stunde dicht. Doch in der 59. und 93. Minute gab es an den entscheidenden Stellen Lücken, die zu zwei Gegentoren geführt haben. Abgesehen davon hat der Club hinten an diesem Abend wenig zugelassen – aber diese zwei Fehler haben gereicht, um 0:2 zu verlieren. Und es waren wieder einmal Fehler, die auf mangelnde Abstimmung und Abgeklärtheit zurückzuführen sind.

Beim ersten Gegentor reichte ein Steilpass auf Ex-Clubberer Ginczek und ein Haken von ihm, um zwei heransprintende Abwehrspieler komplett ins Leere laufen zu lassen. Danach ein Flachschuss durch die Beine von Verteidiger Bauer – und schon steht es 0:1. Wieder einmal die übliche Verkettung von ungeschickt angestellt und dabei auch noch Pech gehabt. Beim 0:2 verlierst du den Ball seitlich auf Höhe der Mittellinie. Statt der letzten weiten Flanke in den Wolfsburger Strafraum gibt’s den finalen Konter. Künstlerpech, aber auch wieder ein vorher leichtfertiger Ballverlust, der völlig unnötig war.

Stammelf gesucht

Irgendwie auch wieder typisch, dass beide Fehler schmerzhaft mit Gegentoren bestraft wurden. Was ich an dieser Stelle kritisiere: Seit einigen Wochen ist Verteidiger Ewerton wieder komplett fit und einsatzfähig. Warum Ewerton, der letzte Saison unser absoluter Stabilitätsgarant in der Abwehr war, nicht mehr als Ruhepol und ordnende Hand mitwirken darf, ist mir unerklärlich?! Wenn der Club in dieser Saison etwas benötigt, dann ist es doch die Ruhe und Abgeklärtheit im Abwehrverbund!

Auch merkt man deutlich, dass es bisher keine eingespielte Stammelf gibt. Daran sind sowohl Verletzungen und Sperren von Stammspielern Schuld als auch die häufigen Rotationen, die unser Trainer Köllner in fast jedem Spiel vornimmt.

Daher verwundert es auch nicht wirklich, dass die Mannschaft oft so auftritt, als würde sie das erste Mal zusammenspielen: Da stimmen Laufwege nicht, Automatismen greifen nicht – schlichtweg es fehlt das blinde Verständnis. Viel zu oft wird daher im Spiel irgendwie immer die falsche Entscheidung getroffen. Statt dem finalen Pass gibt’s noch einen Schlenker oder einen schludrigen Fehlpass. Statt dem Schuss gibt’s noch einen Querpass, der viel zu häufig im Fehlpass mündet.

Tadellose Einstellung, aber nix Zählbares

So hast du als Fan und Zuschauer immer das Gefühl, dass auf dem Feld Planlosigkeit herrscht und falsch entschieden wird. Gleichzeitig hat der Club nicht das Schussglück, dass die wenigen eigenen Torchancen in Zählbares auf die Anzeigentafel gebracht werden.

Auch wenn diesmal Mut und Einstellung des Teams tadellos waren, hat es trotzdem nicht gereicht, zu gewinnen. Wolfsburg war am Freitagabend nicht die überlegene Mannschaft, sondern die kaltschnäuzigere. Eine vermeidbare Niederlage. Gleichzeitig haben Düsseldorf und Stuttgart am Samstag gewonnen.

Platz 17 als Weckruf?!

Die „Strafe“ dafür: Der FCN rutscht nach neun sieglosen Spielen erstmalig in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz ab. Das ist an sich noch kein Beinbruch, aber auch kein Grund zum Jubeln. Der Club ist deswegen natürlich noch lange nicht abgestiegen, aber es müssen endlich wieder Ergebnisse und Punkte eingefahren werden. Das rettende Ufer ist lediglich drei Punkte entfernt, als noch lange kein Grund für das Abstiegstotenglöckchen.

Jetzt nur nicht verkrampfen! Mit nur drei Punkten mehr steht der FCN plötzlich wieder auf der Sonnenseite der Tabelle.

Ich hoffe, dass Platz 17 die Mannschaft aufrüttelt und daran erinnert, dass sie zumindest alles geben muss. Man darf scheitern und mit fliegenden Fahnen untergehen, aber man muss es zumindest mit allen Mitteln versucht haben. Dass es der Club besser kann, hat er in diesem Jahr 2018 schon oft bewiesen – auch ligaübergreifend. Daher rechne ich in dieser englischen Woche auch felsenfest mit einer eklig pelzigen Trotzreaktion und (mindestens) vier Punkten zum Jahresausklang, damit die Bescherung etwas fröhlicher ausfallen wird. Gladbach und Freiburg sollten dabei doch kein Hindernis sein, oder etwa doch?

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Ein Kommentar zu “Fehlende Automatismen

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