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Gefangen im Weihnachtsalbtraum


22. Dezember 2018 – 17. Spieltag:

Der Albtraum der englischen Woche nimmt kein Ende: Der Club verliert sein drittes Spiel zu Null. Diesmal war es ein 0:1 gegen Freiburg am letzten Spieltag der Hinrunde. Somit überwintert der Altmeister als Tabellenletzter – und der Rückstand aufs rettende Ufer ist noch größer geworden.

Einige ältere Semester erinnern sich bestimmt an den Anti-Weihnachtsfilm „Nightmare before Christmas“ im Jahre 1993 von Kultregisseur Tim Burton. Genau dieser Albtraum dürfte über die Weihnachtsfeiertage wohl alle heimsuchen, die emotional mit dem FCN verbunden sind: Spieler, Trainer, Vereinsverantwortliche, Mitarbeiter und Fans. Alle werden sich unterm Baum beim Gedanken an die letzten Ergebnisse beim Club wie im falschen Weihnachtsfilm vorkommen.

Bedient, verärgert, traurig, ratlos, konsterniert – diese Mischung beschreibt meine derzeitige Gefühlslage, wenn ich die letzten zwei Fußballwochen Revue passieren lasse. Nach dem 13. Spieltag war der Club mit elf Punkten auf dem 15. Platz notiert. Tabellarische alles irgendwie im grünen Bereich, auch wenn viele Fans schon ins Abstiegshorn bliesen, dass der FCN nicht erstligatauglich sei.

An Weihnachten leuchtet die Laterne

Zwei Wochen später gibt ihnen zumindest die Tabelle Recht: Alle vier Spiele gingen verloren, ohne dass der Ruhmreiche dabei auch nur ein einziges Tor erzielt hätte – 0:3, 0:2, 0:2 und 0:1. Inzwischen sind wir das Schlusslicht der Tabelle, punktgleich mit Hannover, aber eben mit dem schlechteren Torverhältnis. Fatal ist nur, dass unser Mitaufsteiger Düsseldorf plötzlich marschiert und punktet: Drei Spiele und drei Siege lautet deren Bilanz zum Jahresausklang. Plötzlich sind sie mit 18 Punkten auf den 14. Platz in der Tabelle geklettert. Ein Zwischenspurt, den wir uns so für unseren rot-schwarzen Herzensverein auch erträumt haben. Tja, nicht immer gehen Weihnachtswünsche in Erfüllung.

Auf jeden Fall ist für den FCN der Rückstand aufs rettende Ufer sogar noch größer geworden. Es sind SIEBEN Punkte, falls Augsburg auch gewinnt. Aber nicht nur die Ergebnisse und der Tabellenplatz sorgen dafür, dass die Zuversicht schwindet. Es ist leider auch die Spielweise der Mannschaft mit immer wieder den gleichen Fehlern.

Scheiße am Schuh

Der Club hat zwar im Spiel gegen Freiburg vieles richtig gemacht, aber leider auch wieder vieles falsch. Gestimmt haben Einsatz, Engagement, Zweikampfstärke und der absolute Wille, an die Schmerzgrenze zu gehen. Jeder hat alles versucht und alles gegeben. Charakterlich ist das Team für mich absolut intakt. Der Club hat die gesamte Partie bestimmt und war überlegen. Sowohl was Ballbesitz als auch Torschüsse und Torchancen anging. Aber es war eben wie immer. Gegner Freiburg macht aus der ersten Chance ein Tor.

Es war wieder ein Tor, wie du es dir eben nur einfängst, wenn du so richtig Scheiße am Schuh hast: Eine Freistoßflanke aus halbrechter Position fast 40 Meter vom Tor entfernt segelt durch den Nürnberger Luftraum. Eigentlich kommt keiner richtig an den Ball, der titscht auf und springt ins Tordreieck. Total verdutzt war Keeper Bredlow, der sich vergeblich streckte, um den Ball noch rauszufischen. Vielleich hätte es ja auch geholfen, rauszulaufen und den Ball abwehren zu wollen – gerade wenn er sooooooo laaaaaaange durch die Lüfte segelt? Alles wie immer. Du liegst wieder Mal mit 0:1 zurück und musst 70 Minuten lang unter extrem hohen Kraftaufwand dem Rückstand hinterherlaufen. Es war das achte Spiel in Folge, in dem der FCN zurückliegt.

Und da ist der Club letztlich zu limitiert, was Ideen, Durchschlagskraft und Schussglück angeht. Alles probiert, nix geklappt. Unvermögen und Abseitstor inklusive.

Winterpause und die Hoffnung

So verlässt du erneut als Verlierer den Rasen. Mit trüben Gedanken und Selbstzweifeln, ob das noch hinhauen wird mit dem Klassenerhalt 2019. Als Fan geht es einem ähnlich. Egal, wie groß noch vor der Partie die Zuversicht eigentlich war.

Nach dem verlorenen Abstiegsduell gegen Freiburg, dümpelst du mit einem herben Punkterückstand in die Winterpause. In der jetzigen Verfassung weiß man auch gerade nicht, wie dem FCN plötzlich überhaupt eine Siegesserie gelingen könnte? Nur darauf zu spekulieren, dass die Konkurrenz schon nicht punkten wird, wäre ein fatales Eigentor. Zum Glück kommt jetzt die Winterpause mit vier Wochen Zeit: Zeit, um die Köpfe freizukriegen. Zeit, dass die verletzten Spieler wieder gesund werden können. Zeit, zu analysieren und an wichtigen Stellschrauben zu drehen. Dass etwas passieren muss, dabei sind sich hoffentlich alle einig. Nur mit einem „Weiter so, wird schon noch irgendwie werden“ ist es nicht getan. Wie diese Maßnahmen aussehen könnten, das müssen sich die Vereinsverantwortlichen überlegen, wenn das Ruder in der Rückrunde noch herumgerissen werden soll.

Doch im Moment ist es beim Club eine unschöne Bescherung …

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Ein Kommentar zu “Gefangen im Weihnachtsalbtraum

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