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Viel Einsatz, wenig Ertrag


20. Januar 2019 – 18. Spieltag:

Der Club verpatzt den Start in die Rückrunde. Eine weitere Heimniederlage offenbart erneut die Schwachstellen. Nach dem 1:3 gegen Hertha schwindet im Umfeld zusehends die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Aus meiner Sicht zu früh.

Noch am Samstag befeuerten positive Ergebnisse die Aufbruchstimmung: Der gesamte Tabellenkeller bliebt ohne Punktgewinnn. Hannover, Stuttgart und Augsburg verloren alle ihre Heimspiele. Ein Spieltag wie gemacht für den FCN – mit einem Sieg wäre man auf den Relegationsplatz geklettert. Doch nur einen Tag später schloss sich der Club dem Looser-Trio and und verlor ebenfalls sein Heimspiel. Letztlich leider völlig zurecht.

Willig, aber schwach

Dabei sah es bis zur 70. Minute danach aus, dass der Club vielleicht noch ein Unentschieden erreichen kann. Bis dahin war es ein ausgeglichenes Spiel, bei dem die Hertha offensiv zwar nicht wirklich viel zustande brachte, sich aber clever Feldvorteile erspielte. Der Altmeister hielt sehr gut dagegen, was Einsatzbereitschaft, Kampf, Biss und Aggressivität angingen. Auch der Ausgleich zum 1:1 war ein Beleg für den Willen und das Engagement des Teams, das wieder einmal einem Rückstand hinterherlaufen musste. An diese Stelle also kein Vorwurf, sondern Lob.

Hanno Behrens mit dem ersehnten 1:1-Ausgleich.

Nach dem Tor ging es erstmal in die Nordkurve zum Jubeln.

Doch mit dem 1:3 nach 70 Minuten war das Spiel endgültig entschieden – die Beine schwer und Köpfe leer. Erst danach kam die Alte Dame zu vier hundertprozentigen Torchancen, die Keeper Mathenia und der Pfosten in Teamarbeit vereitelten. Es hätte wieder ein Debakel geben können. Am Schluss siegte Hertha verdient und glücklicherweise nur 3:1 beim FCN.

Qualitätsmängel offenbart

Das Traurige daran: Für mich hat der Club in dieser Partie endlich seine nominell stärkste Mannschaft aufgeboten. Lediglich der Japaner Kubo hat noch gefehlt – ansonsten ist nicht mehr Kader-Qualität auf Bank und Tribüne vorhanden. Trotzdem hat es nicht gereicht, eine mittelmäßige Berliner Mannschaft in Bedrängnis zu bringen. Wir haben sie zwar gefordert, aber unsere Torgefahr war nicht wirklich beängstigend.

Beängstigend war dagegen unserer Einfallslosigkeit in der Offensive und die ständig wiederkehrende Einfachheit, wie wir Gegentore fressen. Beim 0:1 reicht ein Doppelpass, um die Abwehr auszuhebeln und allein vor Mathenia aufzutauchen. Bei den Gegentoren zwei und drei fehlte die Zuordnung, so dass der Berliner Duda unbedrängt an der Strafraumkante Maß nehmen und platziert einschießen konnte. Fußball ist ein sehr einfaches Spiel – vor allem, wenn es gegen den FCN geht. Also leider alles wie immer und schon zum x-ten Mal in dieser Saison erlebt.

Ewig nörgelt der Dauermotzer

Genauso nervig wie die Tatsache, dass es der Club regelmäßig verkackt, ist das Gepöbele der nörgelnden Dauermotzer! Man sollte doch meinen, dass jeder Zuschauer, der bei Eiseskälte ins Stadion geht, als Fan hinter dem FCN steht. Doch anstatt Anfeuerung und Unterstützung bei mir im Block 2 höre ich fast nur destruktives Genöle: Da wird jeder Fehler schlechtgeredet und auf jeden und alles geschimpft. Alles sind nur Vollidioten und Totalversager.

Manchmal habe ich den Eindruck, viele haben nur Bock am Untergang des FCN, damit sie sagen können: „Ich hab schon immer gewusst, das Spieler, Trainer, Manager, Aufsichtsrat, Platzwart und Busfahrer alle nix taugen. Die Hohlbirnen können nämlich gar nix und ich weiß es ja sowieso am besten!“

Aber das ist anscheinend Teil der Franken-DNA. Diese Zuschauer können echt weg bleiben. Wer im Stadion seine Emotion nicht zugunsten für Anfeuerung und Stimmung einsetzen will, soll doch lieber auf dem kuscheligen Sofa in der warmen Stube hocken bleiben. Als Fan können wir der Mannschaft sowieso nur bedingt helfen. Aber diese Möglichkeit besteht eben nur im Stadion während des Spiels. Wer dort nicht bereit ist, FÜR seinen Herzensverein zu sein und ihn zu pushen, den kann ich nicht verstehen.

Schöne Choreo und dauerhafter Support der Stimmungsblöcke. Woanders gab es Dauergemotze statt Anfeuerung.

Frustrierende Erkenntnisse

Auch mich frustriert, dass unsere beste Mannschaftsaufstellung anscheinend nicht die Qualität hat, selbst mittelmäßige und gleichwertige Gegner zu besiegen.

Auch mich frustriert, dass die Vereinsführung anscheinend nicht handeln will oder wird, um eine noch mögliche Trendwende herbeizuführen – egal ob hinsichtlich Trainerfrage oder Transfers.

Auch mich frustriert, dass Mitaufsteiger Düsseldorf einen Siegeslauf hat, seine direkten Konkurrenten besiegt und sich wohl bald der gröbsten Abstiegssorgen entledigen wird. Während der Club gleichzeitig verliert und inzwischen verdientermaßen Tabellenletzter ist.

Aber trotzdem bin ich nicht bereit, jetzt schon aufzugeben. Fehlende Qualität kann durch andere Tugenden kompensiert werden. Dass diese da sind, hat unser Team gestern gezeigt. Es sind noch mindestens 16 Spiele! Da ist noch was möglich und zumindest einen Versuch wert. Denn sicher ist nur eines: Nur wer aufgibt, der hat schon verloren. Und solange es der Rechenschieber zulässt, ist die Mission Klassenerhalt 2019 noch nicht vorbei!

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2 Kommentare zu “Viel Einsatz, wenig Ertrag

  1. […] Viel Einsatz, wenig Ertrag […]

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  2. Frank hat recht. Der vielstimmige Abgesang kommt zu früh. Auch wenn der Glubb kaum
    Argumente liefert, um fest an den #klassenerhalt2019 zu glauben. Rätselhaft bleibt die Schwäche in Abwehr wie im Angriff gepaart mit Fehlpass-Festivals in mangelnden Ideen im Spielaufbau. Pommes-Fans wie der Schreiber dieser Zeilen sehen sich bestätigt: dem FCN fehlt ein Spielmacher. Oder sitzt er auf der Bank und spricht japanisch? Gegen Mainz gibt es eine neue Chance auf drei Punkte. Wer das Hinspiel gesehen hat, der weiß um Schwächen der Glubb-Elf – und um ihre Stärken. Nach der schwachen ersten Hälfte mit einem glubbesken Gegentor, hämmerte Ishak die Kugel in die Kiste der Nullfünfer. Danach vergab der FCN drei dicke Chancen, das Spiel zu gewinnen. Die Moral von dieser Geschicht‘: Es kann gelingen.

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