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Mit Rekorden zur Planungssicherheit


2. März 2019 – 24. Spieltag:

Der Club verliert sein Heimspiel gegen Leipzig knapp mit 0:1 und verschießt dabei einen Elfmeter. 18 Spiele in Folge ohne Sieg bedeuten einen neuen Bundesligarekord. Da die Kellerkinder aus Stuttgart und Augsburg gewonnen haben, bleibt nur noch theoretische Hoffnung.

Wenn du nicht einmal Elfmeter verwandelst, wird es schwer. In der zehnten Minute ereilte den Club ein Geschenk, das er nicht zu nutzen wusste. Aus der Entscheidung „Freistoß kurz vorm Sechzehner“ wurde durch Videobeweis ein Elfer für den FCN. Ja, Tatsache – ein Videobeweis zu unseren Gunsten! Kapitän Behrens übernahm Verantwortung, verlud Leipzigs Keeper und hämmert den Ball an die Latte. Nix wars mit der Führung.

Es war die größte und weitestgehend einzige Torchance für den Altmeister.

Bemüht, aber limitiert

Der Club hat gegen die hochfavorisierten Leipziger im Rahmen seiner Möglichkeiten kein schlechtes Spiel abgeliefert. Die Mannschaft stand hinten kompakt, hat mit vollem Engagement und Leidenschaft gekämpft und prima dagegen gehalten. Nur Offensivaktionen gab es leider keiner mehr. Stattdessen gelang Leipzig kurz vor der Halbzeit die Führung, weil der FCN eine Ecke nicht konsequent verteidigte. Der erneut prächtig haltende Mathenia war leider chancenlos beim brachialen Knaller aus zehn Metern.

In der zweiten Halbzeit hat der Club sogar noch eine Schippe draufgelegt und spielte druckvoll nach vorne. Es war richtig Pfeffer in der Partie und Leipzig war zwar nach wie vor überlegen, aber trotzdem in Bedrängnis. Auch wenn es letztlich keine Großchancen mehr für Rot-Schwarz gab, als Zuschauer hatte ich das Gefühl, dass der Ausgleich möglich war. Auch wenn es am Ende nicht gereicht hat, ist dem Team zumindest von Einstellung, Einsatz und Wille her nichts vorzuwerfen. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat der Club wahrscheinlich alles abgerufen – aber ohne offensive Durchschlagskraft schießt du keine Tore. Und wer hinten immer eines mehr kassiert, als er vorne schießt, der verliert. Und wer zu oft verliert, steigt am Ende der Saison ab.

Sieglosrekord eingestellt

Aber der Club wäre eben nicht der Club, wenn er es schaffen würde, einen vor fünf Jahren selbstaufgestellten Negativrekord nochmal zu „verbessern“. Damals haben wir die komplette Vorrunde über keine Partie gewonnen. Diese Messlatte von 17 Spielen ohne Sieg hat der Ruhmreiche nun noch höher gelegt: Seit der Niederlage gegen Leipzig sind es nun 18 Spiele in Folge. Noch ist der Rekord ausbaufähig …

Aber glücklicherweise geht es nun wieder gegen Hoffenheim. Bereits im Januar 2014 endete die schwarze Serie damals gegen die Kraichgauer. Dann holt der FCN eben in Hoffenheim den ersten Auswärtssieg. Egal wie: Dieser Rekord dürfte nur schwer von anderen Vereinen zu knacken sein. Der langfristige Eintrag in den Annalen irgendwelcher Bundeligachroniken ist dem Club gewiss. Wir tragen den Rekord würdig und mit Fassung. Wie so oft.

Planungssicherheit nähert sich

Leider ist an diesem Wochenende das eingetreten, was eigentlich ja regelmäßig passieren sollte. Die Konkurrenz im Keller punktet. Leider gewann Augsburg am Freitagabend überraschend gegen pomadige Dortmunder mit 2:1. Gleichzeitig deklassierte am Sonntag Stuttgart im Krisengipfel die Hannoveraner mit 5:1. Plötzlich zeigt die Tabelle ein Punkte-Bild, das nun auch rechnerisch arge Kopfzerbrechen in der Noris bereitet:

  • Augsburg: 21 Punkte
  • Stuttgart: 19 Punkte
  • Hannover: 14 Punkte
  • Nürnberg: 13 Punkte

Acht Punkte Rückstand auf den direkten Klassenerhalt und sechs Punkte Distanz zu einem Relegationsplatz – das sieht nicht gut aus. Es sind zwar noch zehn Partien, aber ohne eigene Siege gelingt definitiv keine Aufholjagd.

Realität ist Schwachsinn

Auch wenn ich in den letzten Wochen immer versucht habe, den Club noch nicht abzuschreiben und noch zuversichtlich an die Ergebniswende zu glauben, nach diesem Wochenende fällt es mir wirklich sehr schwer.

Ich bin nicht sauer auf die Mannschaft, sondern lediglich enttäuscht. Enttäuscht, weil der Club zwar am Limit spielt, aber die Qualität trotzdem nicht ausreicht, um den anderen Vereinen nicht nur auf Augenhöhe zu begegnen, sondern sie auch zu besiegen. Die Qualität reicht nicht aus, um Restkräfte freizusetzten, die Hoffnung auf viele Tore und Erfolge im Saisonendspurt macht. Die Qualität reicht einfach nicht aus. Der Club hat eine gute und ambitionierte Zweitligamannschaft, die in der Bundesliga letztlich zu limitiert ist. Die Planungssicherheit für die zweite Liga rückt näher.

Ich unterschreibe zwar das Motto der Choreo vom letzten Samstag voll und ganz: „Realistisch sein ist Schwachsinn – Unmögliches versuchen, um das Möglichste zu schaffen“

Aber inzwischen glimmt nur noch ein Funken Zweckoptimismus. Der reicht allerdings, dass ich nächsten Sonntag in Hoffenheim dabei sein werde. Schließlich will ich ja nicht den ersten Sieg nach 18 sieglosen Partien verpassen, oder?

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2 Kommentare zu “Mit Rekorden zur Planungssicherheit

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