Ein Kommentar

Am Punkt geschnuppert


10. März 2019 – 25. Spieltag:

Erneut hat der Club auswärts verloren. Gegen den Europa-League-Aspiranten Hoffenheim lieferte der Punktelieferant allerdings einen ebenbürtigen Fight ab und hoffte sogar auf einen Punktgewinn. Nach der knappen 1:2-Niederlage ließen die Spieler ihre Köpfe hängen. Die Bundesliga-Zeit läuft allmählich ab. Meine Fotoreportage zum Auswärtstrip.

Das Orakel flüsterte mir im Schlaf: „Der Club hat vor fünf Jahren seine Sieglosserie gegen Hoffenheim beendet. Auch diesmal soll die Serie gegen Hoffenheim enden.“ Okay alles klar. So sei es. Abgemacht. So fuhren zwei Väter mit ihren Söhnen nach Hoffenheim und trotzten Sturm und Wind, denn Wasser kann uns bekanntlich gar nix und half dem FCN sogar schon in Form von riesigen Pfützen.

Ähnlich erging es rund 3.000 rot-schwarzen Clubberern, die ihren FCN unterstützten. Nicht nur der Gästeblock war voll.

Auch das kleine, aber feine Stadion im Kraichgau war fast ausverkauft. Es war also angerichtet für den ersten Auswärtssieg der Saison.

Doppelter Elferschock

Schon nach vier Minuten der erste Schockmoment: Schiri Dingert pfeift Elfer für Hoffenheim. Diskussion mit Clubspielern und Signale aus dem Kölner Keller helfen.

Videobeweis! Der Schiri sieht sich die Szene nochmal selber an und erkennt endlich die Schwalbe. Er korrigiert seine Fehleinschätzung bei Kramarics Faller – kein Strafstoß! Durchschnaufen und Erleichterung beim FCN mitsamt Anhang.

Doch bereits 20 Minuten später zeigt Dingert wieder auf den Punkt, diesmal wegen eines vermeintlichen Handspiels von Erras, der einen Schuss des umtriebigen Kramaric mit dem Arm gestoppt haben soll. Diesmal schweigt der Kölner Keller. Wahrscheinlich Funkstörungen, denn aus meiner Sicht prallt der Ball von Erras Brust an den Arm. Kramaric ist es egal – er verlädt Mathenia und verwandelte sicher links unten zum 1:0.

Danach taumelt der Club mächtig in der Defensive und lässt noch einige Großchancen von Hoffenheim zu. Aber mit Glück rettet sich der Altmeister in die Halbzeit.

Club beißt sich zurück

Nach der Pause hat sich der Club wieder gefangen und beißt sich zurück in die Partie. Zunächst ein herber Rückschlag: Verteidiger Valentini fasst sich an den Oberschenkel und muss verletzt raus. Die niederschmetternde Diagnose lautet Sehnenverletzung. Damit wird er rund zwölf Wochen ausfallen – diese Saison ist für ihn leider gelaufen. Gute Besserung Enrico!

Hoffenheim lässt es gemächlicher angehen und der Club sucht die Offensive: Kubo dringt setzt sich endlich mal auf der linken Seite durch, bedient Ishak im Strafraum. Der sichert das Leder, serviert mustergültig auf seinen Kapitän. Behrens zieht mit links ab, Torwart Baumann ist noch mit den Fingerspitzen dran, ehe die Pille über die Linie trudelt. Der AUSGLEICH und Riesenfreude beim Team und rot-schwarzem Fanlager in der 61. Minute. Der FCN schnuppert am Punktgewinn.

Danach macht der Ruhmreiche die Räume eng und vieles richtig und bietet ordentlich Paroli. Ein Gegner auf Augenhöhe in der zweiten Halbzeit.

Kroatischer Hoffnungskiller

Kramaric, Kramaric – immer wieder Kramaric. Der Typ ging mir am Sonntag mächtig auf den Sack.

Der Kroate Andrej Kramaric ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt der TSG und initiiert viele gefährliche Situationen. Nein, der der beste Fußballer auf dem Platz trifft auch noch doppelt: Sein Hackentor durch die Beine von Keeper Mathenia in der 78. Minute zerstört die Hoffnung auf einen Punkt für den FCN.

Mathenia im Strafraum ist ja ein gewohntes Bild. Doch in der Nachspielzeit hält er es nicht mehr in seine Kasten aus. Eckball für den FCN und die Nummer 26 stürmt in Hoffenheims Sechzehner. Typisch Club, dass die Ecke einen halben Meter über der Grasnarbe reingetreten wird. Dass da keiner drankommen kann ist doch klar. Einfach unterirdisch eine mögliche Chance vertan!

Kurz danach ertönt der Schlusspfiff. Enttäuscht sinken viele Club-Spieler zu Boden. Wieder ein Spiel knapp und unglücklich verloren, die Sieglos-Rekordserie weiter ausgebaut, der Abstieg rückt immer näher.

Das Trainerteam Schommers und Mintal holt die Mannschaft nochmal in einem Kreis zur Manöverkritik zusammen: Trotz Enttäuschung, Frust und Ratlosigkeit ist der Teamgeist intakt.

So sehn Sieger aus?!

Auf der Gegenseite feiern die Sieger eigentlich so gar nicht mit ihrem Anhang. Auch wenn es nur ein knapper 2:1 Arbeitssieg gegen den Tabellenletzten war, ein bisserl mehr Freude ist schon erlaubt. Interessant auch der gebührende Abstand zwischen Fans uns Mannschaft: Vom Rande des Strafraums beklatschen die Hoffenheimer pflichtschuldig ihre Fankurve. Näher an den Anhang wollen sie anscheinend gar nicht heran. Fannähe ist nicht jedermanns Sache.

Im Gegensatz dazu die Clubberer. Sie schleichen zwar mit hängenden Köpfen in die Gästekurve, doch dort gibt es Applaus und aufmunternde Sprechchöre. Die 3.000 mitgereisten Fans recken stolz und trotzig ihre Schals in die Höhe – singen nochmal inbrünstig Lieder von Liebe und Treue. So sehen Verlierer aus, die trotzdem wie Sieger behandelt werden. Weil sie alles gegeben haben. Weil sie es versucht haben und knapp gescheitert sind. Das ist wahrlich keine Schande.

Unbezahlbar die verwunderten Blicke der Hoffenheimer Fans um uns herum, die so ein Verhalten nicht einschätzen können. Tja – Tradition, Treue und Leidenschaft sind nicht jedem gegeben. Mit dieser Gefühlslage tritt ein fränkisches Quartett aus zwei Vätern und zwei Söhnen die Heimreise an. Auch wenn sich das Orakel geirrt hat: Spaß gemacht hat dieser Auswärtstrip trotz der Niederlage. Es werden noch weitere folgen – dann eben in der 2. Liga.

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