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Punkt ohne Wert


6. April 2019 – 28. Spieltag:

Der Club macht sein bestes Auswärtsspiel der Saison, aber eben nicht die Tore. Das Unentschieden hilft nur dem VfB Stuttgart, der im Abstiegsduell den FCN auf Distanz halten kann. Das wars dann wohl, oder?

Wenn der 16. und 17. der Tabelle sieben Spieltage vor Saisonende aufeinandertreffen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder nervöser Krampf mit Verhinderungstaktik und einem 0:0 oder ein Schlagabtausch mit offenem Visier und einer Torflut. Beim Spiel des VfB gegen den FCN gab es – irgendwie beides!

Ganz nah dran

Das Endergebnis von 1:1 hätte auch ein 4:4 sein können, was die vielen Chancen angeht. Es herrschte viel Verkrampfung, Ideenlosigkeit und technisches Unvermögen, aber auch enorm viel Leidenschaft, Kampfgeist und Torgefahr auf beiden Seiten.

Am Ende war der Club ganz nah dran am ersten Auswärtssieg. Betrachtet man das Chancenplus, wäre er sogar verdient gewesen. Vor allem in den letzten zehn Minuten hätte der Altmeister mehrmals das Spiel für sich entscheiden können. Hat er aber nicht!

Dreifach-Pechvogel Misidjan

Vor allem Virgil Misidjan mutierte dabei zum dreifachen Pechvogel: Eingewechselt in der 68. Minute hat er leider mehr falsch als richtig gemacht.

Beim Ausgleich des VfB hob er ganz knapp das Abseits auf, so dass beim Videobeweis nach intensivem Studium der Bilder das Tor letztlich doch anerkannt wurde.

Als Krönung holte er sich kurz vor Schluss auch noch völlig überflüssig seine fünfte gelbe Karte ab und ist damit für das Altmeistertreffen und den nächsten Abstiegsgipfel am Freitagabend gegen Schalke gesperrt.

Das alles wäre nicht so schlimm gewesen, wenn Misidjan in der 89. Minute nicht gleich zweimal aus guter Position an Stuttgarts Keeper Zieler gescheitert wäre. Hätte er davon ein Ding versenkt, wäre der Club als 2:1 Sieger vom Platz gegangen. Hat er aber nicht!

Verlorene Punkte

Nach acht Auswärtsniederlagen am Stück holt der Club zwar beim VfB Stuttgart endlich mal wieder einen Punkt, doch ein Remis ist letztlich zu wenig bei diesem Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf. Es ist ein Punkt, der uns nicht weiterhilft. Schade, denn es war die beste Auswärtsleistung des Ruhmreichen.

Club-Trainer Boris Schommers war sichtlich enttäuscht auf der Pressekonferenz:

„Das fühlt sich heute wie zwei verlorene Punkte an. Wir wollten das Spiel heute unbedingt gewinnen und das hat man dem Team auch angemerkt. Nach ein paar Minuten haben wir es im Spielaufbau gut gemacht und ein paar Mal durchs Mittelfeld kombiniert. Wir machen dann das 1:0, hatten einmal noch etwas Glück und gehen so in die Pause. Wir wollten danach das zweite Tor nachlegen, waren aber das eine oder andere Mal ein bisschen zu passiv. Ausschlaggebend war für mich heute, dass wir die Konter nicht sauber genug gespielt haben. Nach dem Ausgleich war es ein Spiel mit offenem Visier, in dem wir am Ende noch das Tor hätten machen können. Wir hätten heute einen Auswärtssieg verdient gehabt.”

Das haben die circa 8.000 Clubfans im Stadion bestimmt genauso gesehen. Der rot-schwarze Support im ausverkauften Stadion war überragend, auch wenn es erneut nicht zum Sieg gereicht hat.

Nur noch sechs

Jetzt wird es eng. Der Rückstand auf den VfB beträgt weiterhin vier Punkte. Aber was nun? Aufgeben?

Die Spieler denken nicht daran: „Sechs Spiele haben wir jetzt noch, um die vier Punkte aufzuholen. Es ist noch alles drin. Wir werden weiterkämpfen, auch wenn gerade die Enttäuschung groß ist. Gegen Schalke haben wir die nächste Chance für einen Sieg. Wir stehen als Mannschaft zusammen, das macht mich stolz“, bestätigt Lukas Mühl. Ebenfalls kämpferisch gibt sich Robert Bauer: „Wir treten gut auf, brauchen aber die Punkte. Wenn wir am Freitag gegen Schalke gewinnen, haben wir gegenüber den Stuttgartern den psychologischen Vorteil, die müssen dann nachziehen.“

Es ehrt die Spieler, dass sie immer noch an das Wunder glauben. Ich finde nicht, dass es Realitätsverlust ist. Denn das Formbarometer geht seit vielen Wochen ganz klar nach oben. Die Leistung wird immer bundesliagtauglicher, der Zusammenhalt im Team stimmt. Schade nur, dass dieser Aufschwung wahrscheinlich zu spät kommt. Aber solange wir rechnerisch nicht abgestiegen sind, machen wir einfach weiter. Und als Fan freuen wir uns einfach über jedes Bundesligaspiel, das wir noch miterleben dürfen. Versuchen trotzdem, jeden Punkt oder Sieg zu genießen, auch wenn es letztlich wohl nicht mehr zum Klassenerhalt reichen wird.

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