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Stimmungsvoller Auswärtstrip


9. August 2019 – 1. Runde DFB-Pokal in Ingolstadt:

Ein heißer Sommerabend. Ein rassiges Pokalspiel. Ein kühles Bier mit Bloggerkollegen Max. Ein spannender und letztlich erfolgreicher Auswärtstrip, der Lust macht auf neue Wunder.

Es gibt Schlimmeres, als an einem Freitagabend ein Pokalspiel in Ingolstadt zugelost zu bekommen. Erstens, ist das die perfekte Entfernung für ein Auswärtsspiel nach der Arbeit, zweitens ein starker Gegner, der bestimmt nicht vom Ruhmreichen unterschätzt wird. Somit wohl kein Larifari in der 1. Runde des DFB-Pokals. Also runter die A9 mit rund 5.000 weiteren Clubfans im Schlepptau. Die Stimmung ist zuversichtlich. Die schmerzhafte 0:4-Heimklatsche gegen den HSV vom Montag abgehakt. Clubfans vergessen zwar nicht, sind aber leidensfähig und verzeihen meistens schnell.

Entspanntes Blogger-Bier

Auch rund um dieses schmucke kleine Stadion ist alles entspannt. Kurze Wege und schon stehe ich hinter der Südkurve – dem Bereich, wo die Fanszene Ingolstadts ihre Heimat hat. Aber von Stress keine Spur. Viele Clubberer und Schanzer-Fans tummeln sich hier rund um die Food-Trucks und den Bierstand. Aufgebaute Bierbänke erinnern eher an Biergarten. Der perfekte Ort, um sich mit dem Bloggerkollegen Max vom „Schwarz-Rot-Blog“ der Schanzer auf ein Bier zu treffen. Die erste Runde geht auf mich als Dank an den guten Gastgeber, der mir eine Karte besorgt hat.

Doch 30 Minuten vor Spielbeginn trennen sich freundschaftlich unsere Wege und das Kribbeln beginnt. Clubmodus an.

Es brodelt im Kessel

Im Block angekommen, brodelt die Stimmung bereits. Die Nordkurve fest in Nürnberger Hand. Die Anfeuerung ist leidenschaftlich, laut und ohne Pause. Sowas habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Das kleine Stadion bildet einen engen Kessel, der die Lautstärke verstärkt.

Das Pokalspiel dann wie erwartet. Es ist das erste Aufeinandertreffen beider Vereine im DFB-Pokal. Eine tolle Premiere, bei der die Schanzer gleich stürmisch loslegen. Absteiger Ingolstadt ist der erwartet schwere Gegner, der mit 10 Punkten aus vier Spielen prima in die Drittliga-Saison gestartet ist. Nach zwei Minuten bereits ein Kopfballtor. Zum Glück Abseits! Puh – durchatmen. Dann der Club. Nach sieben Minuten wird Kerk am Sechzehner klar gefoult, doch statt Notbremse und Elfer lässt der Schiri einfach weiterspielen. Ich glaube, das hat jeder im Stadion anders als der Schiri gesehen und beurteilt. Kopfschütteln.

Aber der Club hält wenigstens voll dagegen und kommt auch in die Zweikämpfe rein – ganz im Gegensatz wenige Tage vorher gegen den HSV. In der 23. Minute dann ein Kopfballtor des FCN, das auch zurecht aberkannt wird. Hier ist was geboten.

Dovedans Lucky Punch

In der ersten Halbzeit dominieren die Schanzer, doch nach der Pause hat der Club das Spiel besser im Griff. Erarbeitet sich Feldvorteile und Chancen, die er aber nicht verwerten kann. Und die Stimmung brodelt weiter an diesem schwül-heißen Sommerabend. Die Fans peitschen den Club unermüdlich und energisch an. Jeder rechnet schon mit der Verlängerung.

Doch dann geling noch der Lucky Punch: Nach toller Vorabreit von Kerk bekommt Dovedan das Leder maßgenau serviert, und löffelt die Kugel über den Keeper ins Tor der Schanzer. 1:0 für den FCN in der 87. Minute! Der frenetische Jubel der rot-schwarzen Fans lässt erahnen, welcher Druck bei uns auf dem Kessel war.

Grenzenlose Erleichterung

Erschöpfte Erleichterung in der Nordkurve, als der Schri nach vier Minuten Nachspielzeit endlich abpfeift. Der Ruhmreiche hat in einem spannenden Pokalfight den Lucky Punch gelandet und den Schanzern so den späten Knockout beschert. Ein hartes Stück Arbeit. Am Schluss war das Quäntchen Glück auf unserer Seite und der Altmeister zieht in die 2. Runde des DFB-Pokals ein.

Es war in diesem Kalenderjahr erst der zweite Pflichtspiel-Sieg des FCN, den ich live miterleben durfte. Ein wirklich stimmungsvoller und gelungener Auswärtstrip. Verrückt genug, Wunder zu wiederholen? Wenn sich die Mannschaft noch weiter steigert, kann etwas gelingen. Wir sind bereit dafür.

Andere, wie die Nachbarn aus der Westvorstadt, haben ihr Pokalwunder bereits erlebt und sind auswärts beim Zweitligabsteiger Duisburg sang- und klanglos rausgeflogen. Dann gibt es wenigstens im Pokal schon mal kein Frankenderby.

2 Kommentare zu “Stimmungsvoller Auswärtstrip

  1. […] Stimmungsvoller Auswärtstrip […]

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  2. Da hast Du mir zwei Pflichtspielsiege voraus, ich habe noch keinen einzigen Sieg live gesehen, selbst das Testspiel in Bayreuth ging ja verloren… 😉

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